1. Besuch der Dzanga Bai am 4. März 2010: 160-200 Graupapageien gesichtet



(Ulla Kail)

Mit Sonnenaufgang um 6:30 verließen wir das Camp in Mongambe. Unser Tracker Zou hatte vor vielen Jahren für Andrea Turkalo gearbeitet und daher Erfahrung mit Elefanten, welche uns auf dem Weg begegnen könnten. Nach 1 ½ Stunden erreichten wir Andreas Camp, nach einer weiteren halben Stunde öffnete sich vor uns die Waldlichtung Dzanga Bai. Möglichst leise erklommen wir die Aussichtsplattform und oben angelangt blieb uns nicht nur vom Stufen Steigen die Luft weg. 

Von der Morgensonne in eine gleißende Oberfläche, einem gefrorenen See ähnlich, verwandelt, blendete uns die Saline der Waldelefanten. Die rund 40 Waldelefanten hoben sich im Gegenlicht als schwarze Gestalten von ihrer Umgebung ab. Dazu wurden wir von einer fortwährenden Geräuschkulisse vom nördlichen Ende der Lichtung in den Bann gezogen – an die 200 Graupapageien, die sich in den Bäumen sitzend zuriefen. Phasenweise wurde ihr Chor lauter und sie schienen sich auf einen Besuch der Bai vorzubereiten, wo sie mineralienreiche Sumpfpflanzen wie auch Lehm fressen. Um an letztere zu gelangen riskieren die Papageien, mit ihrer Landung inmitten der Bai eine leichte Beute für Raubvögel und Raubtiere zu werden. Deshalb ist größte Vorsicht geboten. Nur wenn sich alle Individuen sicher fühlen, fliegen alle gleichzeitig in die Bai um ihren Bedarf an Mineralien zu decken. Letztere sind nicht nur wichtige Mikronährstoffe, sie helfen auch giftige Substanzen zu binden, die in den häufig gefressenen unreifen Früchten enthalten sind. Das allmorgendliche Treffen in der Bai hat sicherlich auch eine soziale Bedeutung: hier können die Papageien etwa Partner finden, wenn sie ihren bisherigen verloren haben.

 

Nach unserer Ankunft auf der Aussichtsplattform um 8:35 beobachteten wir 2 Anflugversuche. Einen um 8:40 und den zweiten um 9:10. Beim ersten Versuch zählte ich an die 200 Individuen, beim 2. Versuch flogen die Papageien in 2 Gruppen von jeweils an die 80 Individuen. Beide Versuche wurden nach einem Rundflug abgebrochen und nach dem 2. Mal begann sich die Gruppe in kleinere Untergruppen aufzuteilen. Daraufhin wurde es zunehmend ruhiger bis nur noch vereinzelte Rufe zu hören waren.

 

Nun sind wir uns nicht sicher, ob es die Anwesenheit des jungen Palmgeiers war, der die Papageien vom Fressen abgehalten hatte oder ob die Papageien schon früher, vor unserer Ankunft, die Bai besucht hatten und zum Abschluss noch zwei Versuche gewagt hatten.

 

Wir hoffen. dies beim nächsten Besuch herauszufinden, bei dem wir entweder direkt auf der Plattform oder in Andreas Camp übernachten werden.

 

Neben den Papageien konnten wir an die 20 weitere Vogelarten, bis zu 75 Waldelefanten, 20 Waldbüffel (Syncerus caffer), Grauwangenmangaben (Lophocebus albigena) sowie eine Handvoll Sitatungas (Tragelaphus spekii), das sind afrikanische Sumpfantilopen, beobachten.

Anbei ein erster Schnappschuss der Grauen, aufgenommen in der Dzanga Bai, sowie ein paar Elefantenbilder.

 

 

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