2. Besuch der Dzanga Bai von 16.3. bis 18.3.2010: ca. 300 Graupapageien gesichtet



(Ulla Kail)

Zum zweiten Besuch der Dzanga Bai kamen Pedro und ich voll bepackt, denn wir hatten geplant, 2 Tage und 2 Nächte auf der Aussichtsplattform zu verbringen. Die knapp 8 Liter Trinkwasser wogen auf der 2 km langen Wanderung vom Parkplatz zur Bai schwer in meinem Rucksack. Zunächst durchquerten wir ein Sumpfgebiet, wo man durch einen knietiefen Bach watet, danach geht es auf einem von Baumwurzeln und Auswaschungen recht unebenen Weg durch den Wald. Man erklimmt einen Hügel und gelangt auf der anderen Seite schließlich zur großen Lichtung der Dzanga Bai, die von Wald umringt ist.

Wir erreichten am späten Nachmittag die Plattform, nachdem wir noch einen Wolkenbruch abgewartet hatten, und konnten beobachten, wie immer mehr Elefantenfamilien in die Bai strömten. Um die siebzig Tiere waren bei  Sonnenuntergang anwesend und Andrea schätzte, dass etwa 100 Elefanten in der Bai übernachten würden. Elefanten sind tag- und nachtaktiv, wodurch auch wir eine fast schlaflose Nacht hatten. Die grauen Riesen gingen unermüdlich ihren Aktivitäten nach wie Trinken, mineralreiches Wasser aus der Tiefe Hervorsprudeln, sowie die besten Wasserlöcher Umkämpfen. Bekannte Familien begrüßten einander mit lautem, tiefem Grollen und bei Auseinandersetzungen wurde "trompetet".
Für uns wurde es eine lange Nacht, und zu Sonnenaufgang waren wir trotz Müdigkeit auf den Beinen um auf die Graupapageien zu warten, die man vereinzelt schon in der Morgendämmerung hören konnte.

Am ersten Morgen zählten wir an die 300 Papageien. Die Aktivität begann kurz nach 7:00, als die ersten Schwärme in den Bäumen um die Bai landeten. Nachdem sich nach und nach Gruppen von 10 bis 40 Individuen im Nordosten und Nordwesten der Bai niederließen, flogen ab 8:00 die ersten größeren, um die Hundert Graue zählenden Schwärme ihre Runden. Bei einem dieser Annäherungsflüge wurden die Papageien von einem Reiher gestört, der gerade zu diesem Zeitpunkt die Bai überquerte. Daraufhin wurde es leiser und Teilgruppen splitterten sich ab und flogen unter anderem in den Südwesten der Bai. Bis 9:00 hielten sich die etwa 300 Papageien in der Bai auf und es blieb bei ein paar Erkundungsflügen und mehrmaligem Baumwechsel. Sie landeten auch dieses Mal nicht in der Bai um zu fressen. Während der gesamten Zeit war ein Palmgeier anwesend und auch der Reiher war möglicherweise die Ursache dafür, dass die geplante Landung nicht stattfand.

Trotz alledem hatten wir die Möglichkeit, ein 2 Stunden andauerndes Papageienspektakel zu beobachten, wobei wir eine Baumkrone voller Papageien fotografieren und filmen konnten (siehe Bilder).
Die zweite Nacht war von einem Gewitter geprägt, das von Osten her in die Bai einbrach und schließlich von mehreren Fronten Wind und Regen brachte. Glücklicherweise blieben wir trocken und nachdem das Unwetter viele Elefanten vertrieben hatte war die zweite Nachthälfte ruhig. Ausgeruht warteten wir am nächsten morgen auf die Papageien.
Der Tag begann zunächst neblig und bewölkt und wir fragten uns, ob die Papageien nach dem vielen Regen überhaupt kommen würden. Schließlich flogen bereits ab 6:50 die ersten Gruppen ein und die wiederum bis zu 300 Tiere boten uns ein ähnliches Spektakel wie am Vortag. Sie landeten nicht in der Bai obwohl sie bis 10:00 vormittags in der Waldlichtung verblieben. Der Palmgeier war über die ganze Zeit anwesend, sonst konnten wir keine Störungsursachen beobachten.

zurück zur Übersicht

zurück zu den ARGE Papageienschutz Projekten