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Frage
und Antwort
Seit längerer
Zeit erhält die Arge regelmäßig E-Mails mit Fragen zur Haltung von Papageien
und Sittichen - nun haben wir uns entschlossen, einige dieser Fragen
und auch deren Beantwortung zu veröffentlichen.
Falls Sie
Fragen haben, schreiben
Sie uns.
(Bitte beachten Sie, daß wir nur kurze
Anfragen beantworten können. Sollten Sie umfangreiche
Beratung wünschen rufen
Sie uns bitte an.)
Kann
ich meinen Vogel krankenversichern lassen?
Antwort:
Nein, zur Zeit ist es nur möglich für Hund und Katzen eine
Krankenversicherung abzuschließen. Dies ist derzeit nur bei der
Allianz
Versicherung (Petplan) möglich.
Anfrage
von Herrn Steiner:
Ich bin im Besitz einer männlichen Grünwangenamazone namens Fridolin.
Er ist vier Jahre alt und lebt völlig frei in der Wohnung. Fridolin
wurde von mir als Jungvogel erstanden und mit der Hand aufgezogen.
Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Partnerin für ihn, da ich in
Kürze wieder arbeiten gehe und befürchte, dass sich aus der zeitweisen
Trennung Probleme ergeben werden.
Antwort:
Sehr geehrter
Herr Steiner! Prinzipiell ist es möglich und empfehlenswert, Fridolin
mit einer zweiten Amazone zu vergesellschaften. Folgende Voraussetzungen
müssten geschaffen werden bzw. Überlegungen angestellt werden:
Wenn Amazonenmännchen ein Weibchen bekommen und mit diesem ein Paar
bilden, werden sie manchmal relativ aggressiv gegen ihre Pfleger, sie
empfinden die Annäherung eines Menschen als Bedrohung und verteidigen
ihr Weibchen; manchmal nur wenn sie in Brutstimmung sind, manchmal auch
ganzjährig. Es kann also sein, dass man so ein Pärchen nicht mehr ständig
frei in der Wohnung halten kann, sondern in einer gut strukturierten
Zimmervoliere (mit den Mindestmaßen 200 cm lang, 100 cm tief, 200 cm
hoch) mit kontrolliertem Freiflug. Auch eine Gartenvoliere
mit beheizbarem Schutzraum wäre möglich, sie müsste allerdings so groß
sein, dass die Vögel darin auch fliegen können.
Ein Ausweg wäre die Vergesellschaftung mit einem Männchen, die durchaus
auch zu empfehlen ist. Hier gibt es weniger Eifersucht und daher kaum
Probleme mit dem Pfleger. Außerdem fällt das Problem des Brutdranges
weg. Zwei Männchen können einander auch kraulen, füttern etc. Die Frage
der Unterbringung sollte also vor der Vergesellschaftung geklärt werden.
Wenn Ihre Amazone durch die Handaufzucht auf den Menschen fehlgeprägt
ist, wird es nicht ganz einfach sein, sie mit einer zweiten zu vergesellschaften,
dies sollte Sie jedoch nicht davon abbringen, es trotzdem zu versuchen.
Bei einem Hausbesuch beraten wir Sie gerne und besprechen die Details.
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Frage
von Frau Schultz, Besitzerin von zwei Nymphen- und zwei Wellensittichen:
1) Jeden Sommer bringe ich die Sittiche in den Kleingarten meiner
Eltern in eine Voliere, die auf Rollen steht. Meine Eltern bringen diese
Voliere in der Nacht oder auch bei Schlechtwetter ins Haus. Nun möchte
mein Vater diese fix auf die Terrasse stellen und dazu an einer Schmalseite
einen Schutzkasten für die Tiere anbringen. Wie groß sollte dieser Kasten
sein, um angenommen zu werden? Er sollte nicht zum Nisten verleiten.
Ich weiß, dass die Sittiche nicht sehr empfindlich sind und im Sommer
eigentlich keinen Schutz benötigen würden, wenn die Voliere zugfrei
steht. Allerdings ist einer der Nymphensittiche ein Rupfer und bis zum
Frühjahr im Brust- und Rückenbereich nur spärlich befiedert. (Er rupft,
obwohl er auch im Winter in einem großen Käfig sitzt und auch Freiflug
hat.) Über den Sommer erholt er sich, die Sommerfrische tut ihm sehr
gut. Für ihn vor allem dachte ich an so einen Schutzkasten.
Antwort:
Wenn die Voliere auch in der Nacht draußen steht, muss sie unbedingt
an allen Seiten doppelt vergittert sein - sonst werden die Sittiche
irgendwann von Mardern oder Ratten getötet! Es reicht schon, wenn die
Vögel in der Nacht aufgeschreckt werden und plötzlich losflattern -
sie sehen fast nichts und es besteht die Gefahr, dass sie sich an der
Gitterwand das Genick brechen (beides ist leider schon oft passiert).
Da ich annehme, dass die Voliere ohnehin nicht so groß ist, würde ich
sie besser nachts ins Haus stellen. Das beugt auch eventuellen Problemen
mit den Nachbarn vor - denn wenn sie draußen sind, stehen die Vögel
mit der Morgendämmerung auf und beginnen zu zwitschern. Eine noch bessere
Idee wäre, eine wirklich schöne Flugvoliere von einigen Quadratmetern
mit angeschlossenem Schutzraum für die Vögel zu bauen - abends werden
die Vögel mit Futter und Licht in den Schutzraum gelockt und dort über
Nacht eingesperrt (Tipps zum Bau von Volieren gibt's bei der Arge Papageienschutz).
In jedem kleineren Kasten würden die Sittiche wahrscheinlich brüten
wollen; oft beginnen sie dann auch zu streiten.
2) Da
der Nymphensittich sich nur im Winter fast nackt rupft, habe ich mich
gefragt, ob mit einer UV-Lampe vielleicht eine Besserung herbeizuführen
ist. Vielleicht ist ihm im Winter einfach die Wohnung zu dunkel. Ist
so etwas möglich? An Vitamin- oder Gesellschaftsmangel kann es nicht
liegen. Ich weiß leider nicht, wie er früher gelebt hat, ich habe ihn
mit zwei Jahren schon als Rupfer bekommen, obwohl damals behauptet wurde,
er wäre in der Mauser.
Antwort:
Eine UV-Lampe würde in jedem Fall allen Sittichen sehr gut tun (Tipp:
Osram Lampe Biolux L72, in verschiedenen Längen erhältlich). Sie sollte
ca. 12 Stunden täglich aufgedreht sein. Für die meisten Vögel aus den
Tropen und Subtropen ist der Winter bei uns ein Problem (Licht, Temperatur,
Luftfeuchte), auch wenn sie bei uns gezüchtet wurden. Wenn man die Vorgeschichte
nicht weiß, ist die Therapie eines Rupfers natürlich noch schwieriger
- ganz wichtig ist Ablenkung - zweimal pro Woche frische Knabberäste
in die Voliere (bevorzugt werden weiche Hölzer wie z. B. Weide, Pappel,
Holunder), Grünfutter wie z. B. Löwenzahn oder Hirtentäschel füttern.
Ihre Mag. Nadja Ziegler
Frage
von Frau Rothmann, Besitzerin einer Blaustirnamazone:
Ich habe vor kurzem eine Blaustirnamazone geerbt und bin über
eine Suche im Internet auf Ihre Organisation aufmerksam geworden. Nach
eingehendem Literaturstudium möchte ich die Amazone nun mit einer
zweiten verpaaren, weiß jedoch das Geschlecht meines Vogels nicht.
Können Sie mir mitteilen, wie ich dieses bestimmen kann?
Antwort:
Sehr geehrte Frau Rothmann! Generell gibt es derzeit drei Möglichkeiten,
das Geschlecht Ihrer Amazone zu bestimmen Die traditionelle Methode
ist jene der Endoskopie. Dies ist ein kleiner chirurgischer Eingriff
mittels Endoskop (Sonde), der unter Narkose durchgeführt wird.
Der Vorteil dieser Methode ist die zusätzliche Möglichkeit,
mit dem Endoskop auch eventuelle Erkrankungen (z.B. Pilzerkrankung)
zu erkennen. Nachteil ist die Notwendigkeit einer Narkose und der generellen
Manipulation am Tier.
Seit geraumer Zeit kann das Geschlecht auch genetisch festgestellt werden
- und zwar aus dem Blut oder aus der Feder. Während eine Blutabnahme
nur vom Tierarzt durchgeführt wird, ist die Federbestimmung auch
von zuhause in die Wege zu leiten. Man muß dafür nur eine
natürlich ausgefallene Feder an ein entsprechendes Labor schicken.
Die Feder muß einen Kiel haben und darf nicht älter als wenige
Tage sein. Sie wird in Alufolie verpackt und mit Angaben zum Tier (Tierart)
verschickt. Nach ca. einer Woche erfährt man das Ergebnis. Laboradressen
erhalten Sie bei der Arge Papageienschutz.
Ihre Mag.
Nadja Ziegler
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