Tischlein deck Dich, Schüsserl füll Dich

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Auf die Frage: "Was fressen Papageien?" werden auch heute noch die meisten Menschen mit nur einem Wort antworten: "Körner". 

Das Argument "Mein Papagei frißt aber sonst nichts" hat hier keine Gültigkeit, bedeutet es doch bloß, daß es Herrchen oder Frauchen nicht oft genug probiert hat, den gefiederten Freund vom Gegenteil zu überzeugen. Die Alternativen sind vielfältiger, als man glauben möchte. Neben der Fütterung mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten kann man Papageien und Sittiche auch mit Quell-, Keim- und Kochfutter erfreuen.

Was ist Quell- und Keimfutter,

wie erfolgt die Zubereitung? Quellfutter ist zumeist ein Mischung verschiedener Saaten, die ca. 12 Stunden in Wasser eingeweicht wurden - sie haben sich dadurch mit Wasser vollgesogen und sind gequollen. Wichtig ist, daß man beim Quellen und Keimen sehr sauber arbeitet, da sich sonst Bakterien und Schimmelpilze bilden, die sehr schädlich für den Vogel sind. Die Saatenmischung soll daher vor und nach dem Quellvorgang in einem Plastiksieb gründlich mit Wasser gespült werden und während des Quellens in genügend Wasser eingeweicht sein. 

Keimfutter

entsteht, wenn man das Quellfutter ohne weiteres Einweichen in einem Plastiksieb, einer Schüssel oder einer Tasse für weitere 12 Stunden (nicht länger, da die Keimlinge leicht verderben) bei Zimmertemperatur keimen läßt, also wartet, bis die weißlich-grünliche Keimspitze durch das Korn bricht (um in der freien Natur zu einer neuen Pflanze auszuwachsen). Das Korn ist dann am proteinreichsten. Zum Quellen und Keimen eignen sich z. B.: Bohnen, Linsen, Sonnenblumenkerne, Weizen, Mais, Hirse, Gerste, Buchweizen, Kardi, Hafer sowie Samen von Kresse, Alfalfa, Zwiebel, Rettich (letztere erhält man in Reformhäusern und Gartencentern), etc.

Als Kochfutter für Papageien eignen sich:

Kohlenhydratreiche Nahrung: Teigwaren, Reis, Kartoffeln. Verschiedene Gemüse und Getreide (waschen und in Wasser kochen): Broccoli, Karfiol, Linsen, Erbsen, Kürbis, Rote Rüben, Karotten, Mais, Buchweizen, etc. Hülsenfrüchte (getrocknet), die vorher (z. B. über Nacht) eingeweicht werden müssen: Versch. Bohnen, z. B. Mungo- und Ackerbohnen, weiße und gefleckte Bohnen, Sojabohnen, rote Bohnen (Achtung: im Roh- zustand giftig!), Pferdebohnen (Achtung: im Rohzustand giftig!), Kichererbsen, etc.

! ACHTUNG: Rote Bohnen ("Kidneybohnen") und Pferdebohnen sind im rohen Zustand giftig - sie müssen gekocht werden, um die schädlichen Substanzen in der Schale zu inaktivieren.
Avocados sind ebenfalls giftig - und zwar in jedem Zustand!
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Wie lange darf Frischfutter im Schüsserl verbleiben?

Dies ist von der Temperatur und von der Luftfeuchtigkeit abhängig - je heißer und feuchter, desto schneller können Bakterien und Pilze wachsen; bei normaler Zimmertemperatur von ca. 22° C sind dies rund 4-6 Stunden.

Wie wichtig sind Proteine?

Für erwachsene Papageien sollte der Anteil an proteinhältiger Nahrung, z. B. Milchprodukte, gekochte Hühnerflügerl, gekochtes Ei, milder Käse, bei ca. 12-15% liegen. Mehr wäre ungesund und kann zu Leber- und Nierenschäden führen. Einige Worte zu Dosenfutter: Dosennahrung enthält meist Salz und niedrige Mengen an Nährstoffen und sollte daher vermieden werden. Tiefkühlnahrung ist zwar besser, aber wenn möglich sollte generell frisches Obst und Gemüse bevorzugt werden.