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Quo
vadis, Papageienhaltung?
Papageienhaltung
hat zweieinhalbtausend Jahre Tradition. Zahme Papageien waren schon
hochgeschätzte Hausgenossen bei indischen Fürsten. Als Eroberer und Entdecker
in "Papageienländer" vordrangen, fielen ihnen die prachtvollen Exoten
nicht nur in der Wildnis, sondern auch in den Siedlungen der Einheimischen
auf. Nach Europa zurückgekehrt, erzählten sie von diesen doch sehr "menschlichen"
Gefiederten, was dazu führte, daß Papageien zu begehrten Luxustieren wurden.
Dennoch zählen
die Krummschnäbel zu den am wenigsten verstandenen Haustieren unserer
Zeit. Noch immer werden diese hochsozialen Vögel einzeln und oft ohne
Freiflug in kleinen Käfigen ohne Beschäftigung gehalten. Seit 1995 ist
die Arge Papageienschutz täglich mit der Problematik konfrontiert,
die mit diesem Unverständnis verbunden ist. Verstörte, vernachlässigte,
zu sehr vermenschlichte Vögel sind traurige Vertreter ihrer lebensfrohen
Artgenossen.
Im Jahrtausend
ist es an der Zeit zu reflektieren. Können wir den hohen Ansprüchen
dieser Exoten gerecht werden; oder sind alles nur faule Kompromisse? Nehmen
wir auch heute noch den Raubbau an der Natur in Kauf um unser Wohnzimmer
exotisch aufzuputzen?
Ein Drittel
aller Papageienarten ist vom Aussterben bedroht! Das sind über hundert
verschiedene Arten; der Hyazinthara, der Molukkenkakadu, die Rotschwanzamazone
und viele andere werden die nächsten hundert Jahre vielleicht nicht überleben.
Der Handel hat Mitschuld an dieser Situation. Es stimmt leider nicht,
daß in unseren Tierhandlungen nur Nachzuchten verkauft werden; Importzahlen
beweisen dies. Und
auch die Zuchtbedingungen sind oft nicht so, wie wir sie uns vorstellen
würden. Nach wie vor werden viele Vögel in Kellern gehalten, monatelang
in kleinen Zuchtboxen, harmonierende Paare werden getrennt, wenn sich
kein Zuchterfolg einstellt. Wenn der Weg zum Tierarzt den Wert des Vogels
übersteigt, greift so mancher zur Selbstjustiz und entscheidet über Leben
oder Tod des von ihm abhängigen Lebewesens; schießt auch die einheimischen
Greifvögel vom Himmel, die seine Exotenvolieren bedrohen und produziert
fehlgeprägte, "menschenperverse" Handaufzuchten. Leider stellen diese
Praktiken keine Ausnahmesituation dar. Jeder Züchter ist aufgerufen, den
Gegenbeweis anzutreten. Wir scheuen uns nicht, auch die positiven Beispiele
zu erwähnen.
Quo vadis,
Papageienhaltung? Fragen wir uns also, wohin wir uns bewegen - in
ein Zeitalter scheinangepaßter Psychofreaks, denen wir die Flügel stutzen,
damit sie uns nicht davonfliegen und dann - wie seit neuestem propagiert
- sprichwörtlich an die Leine nehmen, mit Brustgeschirr?! Wollen wir das
wirklich? Ist es nicht schöner, diese anmutigen Vögel in Freiheit zu sehen,
wo sie ihr Leben so leben können, wie auch wir es uns wünschen würden?
Viele von
Ihnen werden mir Recht geben, mit vielen von Ihnen habe ich lange Telefongespräche
über diese Problematik geführt; viele von Ihnen würden viel Geld bezahlen,
wenn sie ihrem Vogel die Freiheit wieder geben könnten. Doch dafür
ist es zu spät.
Für zwei Dinge jedoch ist es nie zu spät: für die Verbesserung der
Lebensbedingungen unserer Papageien und für einen Beitrag zum Schutz
dieser bedrohten Tiergruppe. Die Arge Papageienschutz betreibt
Tier- und Artenschutz für Papageien und Sittiche seit 1995. Rasch, unbürokratisch,
professionell. Mit geringen Mitteln haben wir viel geleistet. Ich
bitte Sie daher, unsere Tätigkeiten weiterhin zu unterstützen - mit
nur einem einzigen Schilling pro Tag können Sie viel bewirken! Egal
ob Sie selbst Papageien besitzen oder nicht. Wir sind österreichweit der
einzige Verein, der 24 Stunden täglich für Papageien da ist. Wir kümmern
uns um jedes Einzelschicksal und um den Erhalt der Arten in freier Wildbahn.
Bitte leisten Sie mit uns einen Beitrag für eine bessere Zukunft,
in der auch unsere Enkelkinder noch Papageien als Wildvögel bewundern
können.
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