"Hallo, hallo," rufen sie in allen Tonlagen, wenn wir den Raum betreten. Aber sonst ist die Menschensprache bei den 12 Grauen doch eher in den Hintergrund getreten. Von Pfeifen, Quietschen und Zwitschern bis hin zum ohrenbetäubenden Urwaldgeschrei variieren die Lautäußerungen der Papageien jetzt. Kein Zweifel, sie verwildern etwas. Und nicht nur das. Daß ihnen das Gruppenleben sehr gut tut, ist ganz offensichtlich zu erkennen: die Federn sprießen wieder.
Waren
Anfang März 1999, zu Beginn des Projekts an der Uni Wien, noch
6 von 12 Graupapageien gerupft, so ist es jetzt nur mehr einer, der
uns etwas Sorgen bereitet. Der zweijährige Coco ist ein sehr nervöses
Tier, die kleinste Aufregung macht ihm zu schaffen. Und seine Freundin,
Philomena, mit der er zu uns gekommen ist, hat ihn schon sehr bald verlassen.
Obwohl auch sie erst zwei Jahre jung ist, wurde sie bereits am 2. Tag
vom 28 jährigen Julius umschwärmt mit Erfolg, wie sich
herausstellte. Die beiden sind seither ein Paar, genauso wie Pipsi und
Rocko, die das Rupfen zugunsten einer gegenseitigen Gefiederpflege aufgegeben
haben. Kein schlechtes Zwischenergebnis: zwei von sechs möglichen
Pärchen nach nur drei Monaten. Doch auch bei den Singles sind Partnersuche-Tendenzen
zu erkennen; es ist halt nicht jeder so stürmisch ... Aufwendige
Pflege lohnt sich
Die Pflege der zwölf Graupapageien kann durchaus als aufwendig bezeichnet werden, will man es ihnen an nichts fehlen lassen: zweimal täglich wird geputzt und abwechslungsreich gefüttert; viel Obst und Gemüse, Körnermischungen (auch Quell- und Keimfutter), Milchprodukte, gekochte Nudeln und Reis und am Sonntag ein halbes gekochtes Hühnerflügerl pro Tier; da läßt sich Julius doch noch zu einem menschlichen Freudenschrei hinreißen: "Ist das gut!", ruft er in den höchsten Tönen. Und man kann ihm gar nicht böse sein, auch wenn er, mit Unterstützung seiner "Frau", die neu eingerichtete Außenvoliere besetzt und die anderen nicht hinaus läßt. Das
Wichtigste ist Beschäftigung
Besonders
wichtig ist natürlich das Beschäftigungsmaterial in Form von
frischen Ästen, die wir mindestens zweimal wöchentlich heranschaffen.
Es dauert meist nur ein paar Stunden bis alles kurz und klein genagt ist;
auch jene Tiere, die sich bei ihren Vorbesitzern noch vor dem kleinsten
Stöckchen fürchteten, haben sich zu leidenschaftlichen Nagern
entwickelt. Gerade jetzt im Sommer ist nicht nur das Holz interessant,
sondern auch Blätter, Blüten und Früchte. Welche Pflanzen
wir verwenden, können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen.
Als
Zwischenbilanz können wir (und vor allem auch die Grauen) also durchaus
zufrieden sein. Die Gruppenhaltung von Graupapageien können wir schon
jetzt weiterempfehlen, was
eigentlich ganz logisch ist, da diese Art ja auch in der Natur im Schwarm lebt. Über den Fortgang des Projekts werden wir Sie auch in den nächsten Papageien-News informieren. Besuchstage bei der Graupapageien-Gruppe an der Universität Wien werden hier angekündigt! Prominente
Besucher: Dominik
Heinzl
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