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In diesem Herbst begeht die Arge Papageienschutz ihr fünfjähriges Jubiläum. Fünf Jahre Einsatz für ein artgerechteres Leben von Papageien in Gefangenschaft – in ganz Österreich und über die Landesgrenzen hinaus. Betroffenheit über die herrschenden Zustände (oft mittelalterlich), Frust bei der Zusammenarbeit mit Amtstierärzten, aber zum Glück auch große Freude, wenn die Zusammenführung von einsamen Papageien Erfolg zeigt, prägen seither unsere Arbeit. Für mich als Gründerin und Obfrau ist es besonders wichtig, dass wir unseren Grundsätzen treu geblieben sind. Wir wollten von Beginn an nicht nur graue Theorie wälzen, sondern das einzelne Lebewesen in den Vordergrund stellen und individuelle Lösungen finden. Denn es ist nicht genug, den Vogelhandel abzulehnen – in den Haushalten sitzen Tausende Papageien, die vielleicht noch viele Jahrzehnte zu leben haben. Dieses Leben möchten wir ihnen erträglicher gestalten – ihre Lebensqualität durch Artgenossen, Beschäftigung und richtige Ernährung heben. Das ist sehr mühsam und kostet viel Zeit und Geld, aber da wir die bunten Exoten nicht in ihre Heimat zurückschicken können, ist diese Vorgangsweise das einzig Sinnvolle, was wir für sie tun können. Generell setzt unser Verein auf Qualität statt Quantität, deshalb sind wir "klein" geblieben. Spendengelder, die wir erhalten, verwenden wir ausschließlich für unsere Schutzarbeit und nicht für teure Agenturen. Sämtliche Arbeiten – vom Transport der Tiere über die Haltung und Pflege bis hin zur Gestaltung der Papageien-News – werden von unserem Team ehrenamtlich durchgeführt. Der Druck der News wird über Inserate finanziert, die Transporte werden mit Privatautos durchgeführt. Keilertätigkeit und Erbschleicherei lehnen wir zutiefst ab. Wer sich für unsere Arbeit interessiert und diese unterstützen möchte, ist bei uns jederzeit herzlich willkommen. Wie Sie alle wissen, ist die Weiterführung unseres Vereins von der Unterstützung durch Papageienfreunde abhängig, da wir keinerlei Förderung der öffentlichen Hand erhalten. Dennoch möchten wir niemanden "zwangsbeglücken" oder gar "festhalten" – Ein- und Austritt sind bei unserem Verein jederzeit möglich und es gibt keine Einschreibegebühr. Obwohl uns das Schicksal anderer Tierarten nicht gleichgültig ist, sind wir ein auf Papageien und Sittiche spezialisierter Verein geblieben. Dadurch konnten wir im Laufe der Jahre Erfahrungen sammeln, die so manche traditionelle Auffassung zur Papageienhaltung eindeutig widerlegen. Die Gruppenhaltung von Graupapageien, Amazonen und Sittichen ermöglicht uns als Beobachter, völlig neue Erkenntnisse über die Wesensarten dieser Exoten zu gewinnen. Die tiergerechte Haltung macht ja die Ansprüche dieser Gefiederten erst sichtbar. So z. B. die absolute Notwendigkeit, das ausgeprägte Nagebedürfnis täglich mit frischen Ästen und Spielzeug zu befriedigen. Die Einstellung zum Tier und – im Speziellen – zur Papageienhaltung, bedarf eines grundlegenden Wertewandels. Papageien dürfen nicht länger primär zu unserer Unterhaltung da sein. Vielmehr sollten wir eine Unterhaltung der Vögel mit ihren Artgenossen möglich machen. Denn sie benötigen Sozialleben genauso wie wir Menschen. Degradieren wir sie nicht länger zu erbarmungswürdigen Clowns, sondern nehmen wir die Herausforderung an, diesen Exoten, die bei uns eigentlich gar nichts verloren hätten, etwas Natur zurückzugeben! Vor kurzem erhielt ich auf dieses Argument die Antwort – "es leben ja auch nicht alle Menschen im Sacher". Das ist zweifellos richtig, aber es leben ja auch nicht alle in Gefängnissen – und jene, die es tun, sind nicht freiwillig dort. Genauso wenig freiwillig sitzen Papageien in langweiligen Wohnzimmer-Käfigen. Das sollte uns einleuchten, auch ohne dass wir sie fragen können. Zuversichtlich stimmt mich, dass immer mehr Papageienbesitzer dazu übergehen, für ihre Papageien und Sittiche geräumige Volieren zu errichten, die mit verschiedenen Kletter- und Spielmöglichkeiten ausgestattet sind und zumindest etwas Freiflug ermöglichen. Dass die Arge Papageienschutz hier mit gutem Beispiel vorangeht, möchten wir Ihnen bei unserem Tag der offenen Tür, an dem auch unsere neuen Volieren eingeweiht werden, am 12. November in unserem Papageienheim in Obersulz zeigen. Mehr Information dazu finden Sie hier . Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Ihre Mag. Nadja Ziegler
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