Newsletter Editoral

Der letzte freilebende Spix-Ara wurde am 5. Oktober 2000 zum letzten Mal im brasilianischen Caraiba-Waldland nahe Curacá gesichtet. Selbst eine 15-köpfige Suchmannschaft konnte kein Lebenszeichen des Vertreters aus der Gruppe der Blauaras, zu denen auch der Hyazinthara gehört, verzeichnen.

Die erst 1819 vom Österreicher Johann Baptist von Spix entdeckte und nach ihm benannte Art "Cyanopsitta spixii" hat ihre Entdeckung also keine 200 Jahre überlebt. War es zunächst der Lebensraumverlust, der die Art bedrohte, so kam mit der Seltenheit in den 70er Jahren die unstillbare Gier und Skrupellosigkeit der Sammler (die sich unverständlicherweise meist "Liebhaber" nennen) dazu; der internationale Handel gab dem Spix-Ara den Todesstoss.

Bereits seit 1990 war nur mehr ein männliches Exemplar in der brasilianischen Caatinga-Region unterwegs. Aufgrund des Mangels an Artgenossen verpaarte sich der Spix-Ara für einige Zeit mit einem Rotrückenara-Weibchen. 1995 starteten Biologen den ersten Versuch einer Wiederansiedlung und setzten ein ursprünglich wild gefangenes, aber seit Jahren in Gefangenschaft lebendes Spix-Ara Weibchen aus. Was anfänglich zuversichtlich stimmte, war die Paarung mit dem Spix-Ara-Männchen, doch schon kurze Zeit später starb das Weibchen.

Nun war geplant, fünf nachgezüchtete Artgenossen auszuwildern, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren. Denn in Gefangenschaft gibt es noch zwischen 40 und 60 Spix-Aras. Das frei lebende Männchen hätte den Neulingen zeigen sollen, wie sie in der trockenen Dornsavanne, also ihrem natürlichen Lebensraum, überleben können. Doch diese Hilfsaktion hat der letzte Spix-Ara nicht mehr erlebt. Man vermutet, dass er von einem Greifvogel erlegt wurde oder an Altersschwäche starb.

Wenn wir verhindern möchten, dass die weit besser bekannten Graupapageien, Blaustirnamazonen, Gelbhaubenkakadus und die vielen anderen Arten das gleiche Schicksal ereilt, so können wir dies nur durch Verzicht auf den Kauf von wild gefangenen Vögeln und durch die Weitergabe dieser Informationen tun. So lange es Käufer gibt, wird es zum Kauf angebotene Papageien geben. Leider sind bis heute viele der angebotenen Vögel Wildfänge - auch wenn manche Zootierhändler das Gegenteil behaupten.

Ihre Nadja Ziegler