URLAUB SPEZIAL

Urlaub mit dem Papagei?
Oder doch lieber einen Pflegeplatz suchen?
Was tun, wenn man am Urlaubsort schlecht gehaltene Papageien antrifft?
Abends auf der Strandpromenade - Foto mit Papagei gefällig?
Was Papageienshows bewirken?
Welche Souvenirs man nicht sollte man nicht kaufen?

Haben Sie sich eine dieser Fragen schon mal gestellt? Dann lesen Sie weiter - vielleicht finden Sie die eine oder andere Antwort:

Der Papagei im Teppichladen ...

in der Hotelhalle, beim Juwelier, im Restaurant, an der Tankstelle. Es gibt praktisch keinen Ort, wo man gekäfigte Papageien und Sittiche nicht finden könnte. Meist sind allein, in zu kleinen Käfigen und ohne Beschäftigung. In ihren Futterschüsseln befinden sich Sonnenblumenkerne - und sonst nichts. Zu wenig, um von einer tierwürdigen Haltung sprechen zu können. Aber was kann man tun? Schließlich ist man ja auf Urlaub gefahren, um sich zu erholen und nicht, um sich "Probleme zu machen", oder?
Gewiß, Ausspannen ist wichtig - aber bitte bedenken Sie eines: Sie sind vielleicht der einzige Mensch für lange Zeit, der diesem Vogel ein besseres Leben ermöglichen könnte. Als langjähriger Papageienfreund und ev. Mitglied in unserem Verein, haben Sie sich ein spezielles Wissen angeeignet, daß Sie in einem solchen Fall einsetzen sollten. Sie müssen sich damit nicht den Urlaub verderben. Manchmal reicht es schon, die zuständigen Personen ausfindig zu machen und zu informieren.

Hier ein paar Tipps zur Vorgangsweise:

  • Machen Sie den Besitzer des Vogels ausfindig. Versuchen Sie, ins Gespräch zu kommen. Bleiben Sie höflich und versuchen Sie, nicht zu belehrend zu wirken. Wenn Sie damit keinen Erfolg haben, informieren Sie:
  • die Reiseleitung, den Hotelmanager, einen Tierarzt.
  • Schreiben Sie von Ihrem Urlaubsort ein email an unseren Verein oder rufen Sie uns an - wir versuchen dann, über das internet einen ortsansässigen Tierschutzverein ausfindig zu machen und informieren diesen.
  • Ganz wichtig für die Informationsweitergabe: Wo befindet sich der Vogel (genaue Adresse) und wer ist der Eigentümer?, Zu welcher Art gehört er?, Was wird beanstandet? Was konnten Sie bereits über das Tier herausfinden?

Freikaufen und Mitnehmen?

Bitte nur in Notfällen und keinesfalls von Märkten oder Tierhandlungen. Ihr (gerechtfertigtes) Mitleid wird zum Bumerang, denn der gekaufte Vogel macht Platz für den nächsten. Nur wenn Sie bei einer Privathaltung keine andere Möglichkeit sehen und Sie sicher sein können, daß kein Vogel mehr nachgekauft wird (und vielleicht im gleichen Käfig landet!), kann ein Freikauf in Betracht gezogen werden. Allerdings müssen Sie in diesem Fall die im Urlaubsland und in Österreich geltenden gesetzlichen Bestimmungen beachten. Je nach der Art des Vogels benötigen Sie vielleicht Ein- und Ausfuhrgenehmigungen, die meist nicht innerhalb weniger Tage besorgt werden können. Jedenfalls brauchen Sie ein Gesundheitszeugnis - der Weg zu einem ortsansässigen Tierarzt wird also nicht erspart bleiben.

Souvenir, Souvenir ...

Da Papageien beliebte Tiere sind, werden sie oft als Motiv für Kunst und Kitsch herangezogen. Papageienfiguren, Papageien auf T-Shirts und Taschen, als Mobile, Magnetsticker, auf Karten. Was dem einen gefällt, ist für den anderen kitschig, Geschmäcker sind eben verschieden. Dennoch sollte jeder Urlauber ein kritisches Auge auf das Material der feilgebotenen Gegenstände werfen. Ein auf den zweiten Blick schockierendes Bild entdeckte ich in einem Souvenirladen auf der kanarischen Insel Lanzarote. Es zeigte Aras, die zur Gänze aus Schmetterlingsflügeln zusammengesetzt waren. Wohl mehrere Hundert Schmetterlinge mußten für dieses Bild ihr Leben lassen. Die Produkte stammten aus Afrika.
Figuren z.B. können aus Muschelschalen, Schneckenhäusern oder Tropenholz gefertigt sein, Traumfänger haben meist echte Federn eingearbeitet. Viele dieser "Naturmaterialien stammen von Tier- oder Pflanzenarten, von denen manche bereits vom Aussterben bedroht sind. Ein Teil davon ist auch gesetzlich geschützt - wie z.B. Korallen - und dürften gar nicht gehandelt werden. Oft werden diese Gesetze jedoch mißachtet und so kann man sogar heute noch in manchen Gegenden Elfenbein- und Schildpattprodukte kaufen. Dies wird so lange stattfinden, bis entweder die jeweilige Art ausgerottet ist, oder es keine Nachfrage mehr gibt. Was liegt also näher, als einfach auf den Erwerb zweifelhafter Souvenirs zu verzichten?

Laura fährt Auto,...

Coco sitzt im Liegestuhl. "Wirklich niedlich und lustig", wird so mancher Besucher einer Papageienshow denken. Doch was vermitteln die vermenschlichten Kunststücke der eigentlichen Tropenvögel? Was ist die Botschaft eines Kakadus im Liegestuhl? Intelligent, lernfähig, zahm und unterhaltsam werden uns Papageien vorgestellt. Ein Haustier, das man sich nur wünschen kann. Niemand sagt dazu, daß dies nur mit wenigen Papageien möglich ist und daß manche nur widerwillig das täglich gleiche Programm abspielen. Keine Rede von sinnvoller Beschäftigung für die gekäfigten Vögel. Jeder, der Papageien kennt, weiß, daß sie eine starke Persönlichkeit haben und nicht gerne "herumkommandiert" werden. Da muß schon manchmal das Futter rationiert werden, damit die Show läuft. Doch der Besucher sieht nur die tollen Kunststücke; vor allem Kinder äußern bereits nach der Show den Wunsch, auch so einen "Spaßvogel" zu besitzen. Indirekt wird mit Papageienshows also auch der Handel angekurbelt. Da bleibt für den kritischen Urlauber nur eines, wenn's um Papageienshows geht: nicht hingehen!

Urlaubsbetreuung

Seit mehreren Jahren bewährt sich das von der Arge Papageienschutz angebotene Urlaubsservice. Bei aktiven Mitgliedern unseres Vereins sowie im Papageienheim wird den Krummschnäbeln alles geboten, sie sonst Zuhause genießen - abwechslungsreiche Ernährung und Leckerbissen, persönliche Betreuung, die über Putzen und Füttern hinausgeht, Freiflug und Beschäftigung. Tiere, die in Tierhandlungen "abgestellt" werden oder gar mit Minimalbetreuung Zuhause bleiben, beginnen oft, sich die Federn zu rupfen, da sie massiv unter der Vernachlässigung leiden. Frisches Wasser und Futter sind für die anspruchsvollen Vögel nicht genug. Die Vermittlung einer tiergerechten Urlaubsunterbringung ist für unsere Mitglieder gratis. Wenn Sie dieses Service in Anspruch nehmen möchten, teilen Sie uns dies bitte mindestens zwei Wochen vor Urlaubsantritt mit.