Don Carlos frei in Salzburg

Der vor zwei Jahren freigekaufte Ara lebt im Freiflug im Tiergarten Hellbrunn

Kurzer Rückblick: Nach über drei Jahren Diskussionen, Anzeigen und Verhandlungen kaufte die Arge Papageienschutz am 28. 1. 2000, also vor fast zwei Jahren, den Grünflügelara "Don Carlos" frei. Kosten: 20.000,- ÖS (statt ursprünglich 45.000,- ÖS). Hauptgründe für den Freikauf waren die ausweglose Situation und der immer schlechter werdende psychische Zustand des Papageis; seit über fünf Jahren lebte er in verschiedenen Filialen des Wiener Zootierhändlers Günter Siegl - ohne Freiflug, ohne Sonnenlicht, ohne Partner, ohne Beschäftigung.

Freikauf von Don Carlos im Jänner 2000 (li. G. Siegl. re. N. Ziegler, ARGE)

Siegl war zuletzt einsichtig, versprach, sich keinen Ara mehr ins Geschäft zu setzen. Nach einem Tierarztbesuch kam Don Carlos in sein neues Zuhause, einen Wintergarten in Klosterneuburg. Dort wartete bereits ein Artgenosse auf ihn. Die Vergesellschaftung war nur eine Sache von Tagen. Rasch waren die Aras ein Pärchen.

Zwischenstation in Klosterneuburg

Doch das Glück war nicht lange ungetrübt. Nach einigen Monaten wurden die Aras immer lauter, kreischten ohrenbetäubend durchs Haus. Mehr als eine Nervenprobe für die Besitzer (und die Nachbarn).

Im Herbst gaben die Besitzer auf. Die Aras müssten weg - irgendwohin, wo ihr Gekreische niemanden stört. Da blieb nur ein Ort: der Zoo. Vom Tiergarten Hellbrunn in Salzburg wussten wir, dass er Aras im Freiflug hält. Eine artgerechte, aber nicht ganz einfache Sache. Ein Gespräch mit Dr. Christian Walzer, Zootierarzt und Papageienkenner führte aber bald zum Entschluss, einen Versuch zu wagen. Die Vögel müssen sich erst an ihr neues Zuhause gewöhnen, müssen wissen, wo sie hin gehören. Also werden vorerst die Schwungfedern gestutzt. Doch im Winter konnte man die beiden wohnungsgewöhnten Tiere nicht ins Freie setzen, also wurden sie zunächst noch in einer Innenvoliere gehalten.

Die beiden Grünflügelaras "Don Carlos" und "Bobby" auf der Kletteranlage im Salzburger Tiergarten Hellbrunn

Im späten Frühjahr war es dann so weit. Don Carlos und Bobby durften zu den anderen Aras auf die Freianlage. Aber auch dieser Versuch musste bald eine Veränderung erfahren. Aras haben eine starke Persönlichkeit und sind sehr wählerisch bei der Auswahl ihrer Freunde. Unsympathische Artgenossen werden gehackt und es kann zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen.

Streit gab es auch bei den Aras in Hellbrunn. Damit es nicht zu massiven Verletzungen kommt, entschied man sich im Sommer dieses Jahres für die Umsiedlung von Don Carlos und Bobby in eine eigens für sie gebaute Kletteranlage (Bilder) in einem anderen Teil des Zoos. Endlich kehrte Frieden ein.

Nun bleibt uns nur noch, den beiden alles Gute für die Zukunft zu wünschen, hoffentlich haben sie nach all den Strapazen nun ein dauerhaftes, neues Heim gefunden.