Aktion (Dr.) Scharf

Amtstierarzt und Arge Papageienschutz retten zwei Aras aus schlechter Haltung

Übergabe der Aras an die ARGE (rechts Dr. Scharf, links N. Ziegler)

6. August 2001: Nach Monaten des Wartens ist es endlich so weit: sämtliche Fristen, die Amtstierarzt Dr. Scharf zur Verbesserung der Haltungsbedingungen erteilt hat, sind ergebnislos abgelaufen. Noch immer sitzt jeder der beiden gerupften Aras in einem Käfig ohne Beschäftigung, ohne Partner und ohne Freiflug. Der Tierbesitzer, Herr K., Leiter der Gärtnerei im Otto Wagner-Spital (ehem. Baumgartner Höhe), sucht nach Ausreden.
Doch Dr. Scharf bleibt hart. Bereits im April hat er bei einem durch Anzeige veranlassten Besuch die mangelhaften Haltungsbedingungen festgestellt. Damals waren es noch drei Papageien - die Amazone ist inzwischen verstorben. Woran? Das weiß Herr K. nicht - anstatt sie untersuchen zu lassen hat er sie verheizt!

Rotbugara Moritz auf Zwischenstation im Papageienheim

Dr. Scharf stellt Herrn K. zwei Möglichkeiten zur Wahl: Entweder werden die Vögel sofort beschlagnahmt und bis zur endgültigen Verbesserung der Haltungssituation bei der Arge Papageienschutz eingestellt (das bedeutet Kosten für Herrn K. für Pflege, Anzeige etc.) oder er verzichtet freiwillig auf die Tiere und übereignet sie der Arge (ohne weitere Konsequenzen). Herr K. entscheidet sich für die billigere - und in diesem Fall bessere - Variante für die Vögel und übergibt an die Arge.

Die Vögel werden also in Transportbehälter umgesetzt und sofort zu Herrn Dr. Hochleithner gebracht. Schon zuvor war aufgefallen, dass Rotbugara "Moritz" einen Flügel hängen ließ. Leider kann Dr. Hochleithner nur mehr einen alten Flügelbruch feststellen, der nicht mehr ausheilt; sogar ein abstehender Knochen ist zu sehen (Foto unten).

Stark gerupft und mit einem alten Flügelbruch erhieten wir Rotburga Moritz

Gelbbrustara "Fritz" bietet einen jämmerlichen Anblick: Sein Schnabel hat eine Fehlstellung und ist überlang, ebenso seine Krallen. Glücklicherweise werden keine ernsten Krankheiten festgestellt.
Kurze Zeit später kommt Moritz zu den anderen Papageien ins Papageienheim, wo er jedoch wegen seiner Flugbehinderung nicht in die Großgruppe gesetzt werden kann. Deshalb wird nach einer passenderen Lösung für den Zwergara gesucht. Amazone " Angin" ist ebenfalls flugunfähig. Dennoch genießt sie bei unseren Mitgliedern Herrn und Frau Felber ein schönes Leben mit Spaziermöglichkeit im Garten. Also startet Moritz, der ja beim Vorbesitzer mit einer Amazone vergesellschaftet war, einen Versuch. Und wir haben Glück: schon nach einer Woche erkunden die beiden gemeinsam den Garten und kraulen einander. Eine seltene, aber in diesem Fall sinnvolle Artenzusammensetzung. Mittlerweile beginnen sogar die Federn bei Moritz wieder zu wachsen.

Moritz und Angin in trauter Zweisamkeit

Auch für Fritz findet sich schon nach drei Wochen ein neues Zuhause, wo bereits eine Gelbbrustara-Dame auf ihn wartet. Scheinbar ist es Liebe auf den ersten Blick, denn die beiden füttern einander sofort. Die schönsten Geschichten sind immer die mit Happy End (besonders, wenn sie wahr sind wie diese!).

WIR DANKEN GANZ HERZLICH: Herrn Dr. Albert Scharf, Oberveterinärrat (MA 60), für die konsequente Vorgangsweise im Sinne der Tiere und des Tierschutzgesetzes! Herrn Dr. Manfred Hochleithner für die kostenlose Behandlung von Moritz und Fritz!