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Neues aus dem Münchener Dschungelzelt Erinnern Sie sich? In Ausgabe 2/2001 berichteten wir über die Übersiedlung mehrerer Weißstirnamazonen und eines Lori-Pärchens vom Papageienheim in das Dschungelzelt im Münchener Tierpark Hellabrunn.
Seit dem Umzug im Jänner 2001 ist einiges passiert: im vergangenen Dezember wurden noch weitere Weißstirnamazonen und ein Pärchen der sehr seltenen Vasapapageien (Ursprungsland Madagascar) in der großen Tropenhalle aufgenommen (Fotos 1 und 5). Dabei gab es auch ein rührendes Wiedersehen zwischen Weißstirnamazone Rico und Ziehmutter Gerlinde Mentl
Anfang Dezember
war es endlich so weit. Papageienheim-Leiterin
Gerlinde Mentl konnte
ihre Amazonen im Dschungelzelt besuchen. 11 Monate war es her, dass sie
die per Hand aufgezogenen Pflegekinder, deren gefiederte Eltern die Aufzucht
verweigert hatten, auf die Reise nach München geschickt hatte. Im
tropisch anmutenden Riesenzelt sollten sie ein noch artgerechteres Leben
inmitten einer bunten Vogelschar genießen.
Einige Wochen
später erhielten wir von der zuständigen Biologin, Frau Beatrix
Rau, die ersten Rückmeldungen: Zum Glück gibt es nur Gutes
zu berichten. Die Neuen haben sich im Dschungelzelt bestens eingelebt.
Die Vasapapageien nützen eifrig den vorhandenen Flugraum und fühlen
sich augenscheinlich sehr wohl in der neuen Umgebung. Die Amazonen sind
nicht so begeistert über die Neuankömmlinge, weil sie ihnen
ihre Lieblings-Sitzplätze streitig machen und sie ihnen außerdem
den Vortritt am Futterplatz lassen müssen. Da wir den Eindruck hatten,
daß vor allem die neuen Weißstirnamazonen nicht genug Ruhe
beim Fressen hatten, haben wir noch einen vierten Futterplatz eingerichtet,
den sie auch dankbar angenommen haben.
Auch für
unseren Rotlori Laury (4), dessen Partnerin leider im Dezember
verstorben war, konnte inzwischen eine Rotloridame gefunden werden: Ich
war zunächst skeptisch, weil es ein noch nicht geschlechtsreifer
Nachzuchtvogel eines privaten Züchters ist, aber es ist eine Freude
den beiden zuzuschauen. Laury ist wieder ganz der Alte stellenweise
zum Leidwesen der anderen Vögel. Er liebt es nämlich, sich in
der Nähe des Futterplatzes hinter den Ficusblättern zu verstecken,
und sobald sich ein Vogel am Futter niederläßt, schießt
er aus seinem Versteck hervor und vertreibt denselben. Zum Glück
verliert er irgendwann das Interesse an dem Spiel und die anderen können
in Ruhe fressen.
Nun, wir sehen wieder einmal, Papageienhaltung hat ihre Grenzen, das Nagebedürfnis der Papageien jedoch erscheint grenzenlos! Wir freuen uns, dass wir für 14 Papageien einen wirklichen Traumplatz gefunden haben, wo sie Tag und Nacht auf 1500 m² frei sein können, mit üppigen Pflanzen und Tropenklima (6).
Hoffentlich
finden wir in Zukunft noch weitere kleine Tropenparadiese in unseren Breiten. |