Beschlagnahmte Papageien wieder zuhause in Afrika

128 Papageienfreunde kauften symbolische "Tickets nach Afrika" - Arge unterstützte Projekt mit 2000,- Euro! DANKE ALLEN SPENDERN!

Für 275 Mohrenkopf- und Timneh Graupapageien wurde am 30. August ein Traum wahr. Der wohl wichtigste Flug in ihrem Leben stand bevor - der Flug nachhause, nach
Afrika.

Die Vorgeschichte

700 waren es gewesen, die am 12. Februar dieses Jahres am Düsseldorfer Flughafen beschlagnahmt worden waren. Auf engstem Raum zusammengepfercht, waren die wildgefangenen Papageien auf dem illegalen Weg nach England, wo sie jedoch nie ankommen sollten. Bei der Zwischenlandung in Düsseldorf wurden sie entdeckt - Ungefähr 100 von ihnen waren bereits tot - die Skrupellosigkeit und Habgier der Menschen hatten sie mit ihrem Leben bezahlt.

Beschlagnahme am Flughafen Düsseldorf

Der geschundene Rest wurde von den Düsseldorfer Behörden beschlagnahmt und nach einer Quarantänezeit auf verschiedene Auffangstationen und Vogelparks im Bundesgebiet verteilt. Es folgten Monate der Ungewissheit. Wer sollte die entstandenen Kosten decken und was sollte mit den Tieren in Zukunft geschehen? Mehrere deutsche Organisationen engagierten sich und traten auch an die Arge Papageienschutz heran, mit der Bitte um finanzielle Hilfe für eine Rückführung der Afrikaner in ihre Heimat.

Arge unterstützt Rückführung mit 2000,- Euro
2000,- Euro sagte die Arge Papageienschutz jener deutschen Organisation zu, die den Wildvögeln die Heimkehr ermöglicht. Inzwischen waren Monate vergangen. Die scheuen Tiere - teilweise noch nicht voll befiederte Jungvögel! - waren vom Fang und Transport so geschwächt, dass weitere dem Stress erlagen. Sie lieferten den traurigen Beweis für ein Argument, das von Tierhändlern gerne abgestritten wird, nämlich dass für einen wildgefangenen Papagei im Wohnzimmer viele andere ihr Leben lassen müssen und dass noch immer wildgefangene Papageien am europäischen Markt gehandelt werden!
Wie durch ein Wunder blieb 275 überlebenden Exoten das "Wohnzimmer" erspart. Das deutsche Vogelschutz-Komitee e. V. nahm sich des Falls an und besorgte in kurzer Zeit alle notwendigen Papiere für eine Rückführung. Außerdem mussten die auf mehrere Stationen aufgeteilten Gruppen in einer Station zusammengeführt werden, um später gemeinsam die Reise antreten zu können.
128 Spender unterstützten den Spendenaufruf der Arge Papageienschutz in Österreich, indem sie symbolische "Tickets nach Afrika" kauften. So konnten wir die versprochenen 2000,- Euro fast zur Gänze durch Spenden abdecken und sie an das Vogelschutz-Komitee weiterleiten.

Die Heimreise
Der deutsche Verein konnte bestehende Kontakte nach Afrika nutzen und dort die organisatorischen Vorbereitungen anlaufen lassen, um die Vögel in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet wieder auswildern zu können. Alle 275 Papageien hatten den Rückflug gut überstanden und wurden zuerst in eigens dafür errichtete Quarantäne-Volieren im Zoo von Abidjan gebracht (s.o). Dort standen sie 4 Wochen unter tierärztlicher Aufsicht und konnten sich im heimatlichen Klima erholen. Ein Putschversuch an der Elfenbeinküste verhinderte kurzfristig den Weitertransport ins Auswilderungsgebiet, doch nun ist es geschafft.

Freiheit für Wildvögel
Am 6. November erhielten wir die Nachricht von der Freilassung der Papageien. Hier ein Auszug des Berichts von Dr. Manfred Schneider, dem Obmann des Vogelschutzkomitees:
"Am Montag haben wir die Graupapageien und gut 20 Mohrenköpfe in den Wald gebracht.
Die Papageien haben in der "Voliere" im Aussichtsturm übernachtet und kamen Dienstag in der Frühe frei. Die anderen haben wir dann am Donnerstag abgeholt und um 15:15 h waren alle frei. Die ersten waren noch da (es gibt einige Ölpalmen, wo die sich gleich etabliert hatten). Da haben sich die Neuankömmlinge gleich dem allgemeinen Schwarm angeschlossen: toll. Im Abendlicht sahen wir, wie die Papageien auf die Schlafbäume in der Nachbarschaft flogen. Und Freitag morgens kamen sie truppweise wieder."

Im Waldgebiet "Bossematie" sollen ausgebildete Wildhüter die wiedergewonnene Freiheit der Wildvögel sichern. Sie bewachen auch etwa 50 der seltenen Waldelefanten, die in diesem Gebiet zuhause sind. Wir hoffen, dass diese Aktion ein Zeichen setzt, denn sie liefert den Beweis für die wahren Hintergründe und Folgen des Handels mit Wildvögeln.