Editorial

Liebe Papageienfreunde!

In dieser Frühjahrsausgabe der Papageien-News möchten wir uns wieder und vor allem der tiergerechten Haltung unserer Krummschnäbel widmen. Diesmal mit dem Schwerpunkt Gartenvolieren. Die - zumindest zeitweise - Unterbringung unserer Vögel im Freien ist ein enorm wichtiger Faktor für die Gesunderhaltung - "Wellness für Papageien", modern ausgedrückt. Lesen Sie mehr darüber im Artikel "Ein Sommer im Garten".

Dass die Haltung von Papageien trotz aller Bemühungen nicht unproblematisch ist, schildern wir im Artikel "Lärm oder Gezwitscher". Während menschgemachter Rauch ein Problem für Papageien darstellt, so nervt Papageiengeschrei den Menschen. Ist der Papageienbesitzer entnervt, landen die "Schreier" im Papageienheim. Dort nerven sie dann den Nachbarn und der Verein hat wieder ein Problem mehr.

Nach zwölf Jahren aktivem Tierschutz, davon acht im Papageienschutz, kann ich eines mit Gewißheit feststellen: Tierschützer benötigen viel Mut und sehr gute Nerven. Wer Tiere schützt, ist ständig mit Problemen konfrontiert - mit menschgemachten, versteht sich. Wir werden in Erbrechtsangelegenheiten verwickelt und in Scheidungsprobleme, in Nachbarschaftsstreitigkeiten und gesundheitliche Probleme. Man erwartet von uns, sofort zur Stelle zu sein, wenn es gilt, Tiere aus einer Notsituation zu befreien. Man erwartet auch, dass wir jederzeit Tiere aufnehmen, sie betreuen und gesund pflegen. Man erwartet, dass wir das alles auch bezahlen.

Das tun wir auch, seit acht Jahren! Und zwar ohne staatliche Hilfe! Für Tierschutz gibt es kein Budget. "Die Arge Papageienschutz leistet, was der Staat tun müßte, um Gesetzen Gültigkeit zu verschaffen", schreibt die Journalistin Andrea Dee in ihrem Artikel über Molukkenkakadu "Viko" (Der Standard, 1./2. März 03). Wir berichten im Artikel "Stopp dem Handel!"

Doch mit jedem Problem, das an uns herangetragen wird, steigen auch die Kosten unserer Arbeit. Mit Ihrer Spende und Ihrer Mitgliedschaft geben Sie uns Mut, weiter zu machen. Sie haben heuer wieder oftmals die Möglichkeit, sich von unserer Arbeit an Ort und Stelle zu überzeugen. Bitte besuchen Sie uns persönlich im Papageienheim, bei unseren monatlichen Treffen im Café Schottenring, am Biozentrum der Universität Wien oder virtuell im Internet.

Mit Ihrer Unterstützung werden wir hilflose Papageien auch im Jahr 2003 nicht enttäuschen müssen! Danke, im Namen der Tiere!

Ihre
Mag. Nadja Ziegler