|
Lärm
oder Gezwitscher?
Des einen Freud, des andern Leid
Singen,
Sprechen, Pfeifen, Plappern oder Schreien und Kreischen? Die Lautäußerungen
unserer Papageien sind nicht nur vielfältig, sie werden auch so empfunden.
Was für
den einen lustig, ist für den anderen lästig, wie auch in diesem
Fall:
Liebe
Freunde vom Papageienschutz,
ich bin Mitglied der Arge Papageienschutz und brauche dringend Rat. Gegen
meine zwei Nymphensittiche, die oft auf dem vergitterten Balkon sein dürfen,
wird in meinem Wohnhaus in Wien von einigen Nicht-Vogel-Liebhabern eine
Unterschriftenaktion durchgeführt. Sie fühlen sich in ihren
Nachmittags- (oder auch Vormittags-)Schläfchen gestört (nicht
aber durch alle anderen Lärmfaktoren wie hysterische Pudel, Knallkörper,
etc.). Könnt Ihr mir sagen, ob es dem Hausinspektor möglich
sein wird, den Tieren ihre Freiflugmöglichkeit zu nehmen bzw. sie
mir überhaupt zu verbieten? Ich möchte mich informieren, bevor
das passiert, um dann dementsprechend auftreten bzw. argumentieren können.
Es muss doch irgendeine gesetzliche Handhabung geben - ich würde
mich natürlich auch an bestimmte Zeiten (15-18.00 oder so) halten.
Wären die Leute zu mir gekommen, hätte ich das schon längst
tun können, aber ich habe auf Umwegen davon erfahren.
Gabi B. M.
Briefe wie
diesen erhalten wir immer öfter, auch verzweifelte Anrufe, wenn die
Klage droht.
Generell scheint das Lärmempfinden der Menschen sensibler geworden
zu sein. Vielleicht deshalb, weil wir ständig von Lärm umgeben
sind - ob auf der Straße, im Büro, in öffentlichen Verkehrsmitteln,
in Lokalen oder eben auch zuhause durch Nachbarn, die hämmern, bohren,
Feste feiern, oder eben Haustiere haben, die ihrem Bedürfnis nach
Lautäußerung freien Lauf lassen.
Lärmprobleme
auch im Papageienheim
Während Straßenlärm meist als unabänderlicher Stressfaktor
hingenommen wird, kann der Lärm, der vom Nachbarn ausgeht, bekämpft
werden. Schade dabei ist, dass im "Zeitalter der Rechtsschutzversicherungen"
der Wille zum Gespräch gesunken ist. So geschehen auch in unserem
Papageienheim, wo sich ein Nachbar schon seit längerer Zeit durch
das "Papageiengeschrei" belästigt fühlt. Doch anstatt
das Gespräch zu suchen, kam gleich der Brief vom Anwalt. Das war
vor nunmehr vier Jahren. Sofort wurde eine Lärmschutzwand entlang
der Außenvolieren errichtet, doch dies brachte, nach dem Ermessen
des Nachbarn, nicht den gewünschten Erfolg.
Also wurde
(und wird) prozessiert. Auch die Frösche im Teich, der Hahn, die
Laufenten - alles ist dem Nachbarn zu laut, er fordert eine Lärmreduktion
auf Null. In solchen Fällen stellt sich natürlich die Frage,
wo die gerechtfertigte Kritik aufhört und die Schikane beginnt. Diese
Frage muß in manchen Fällen vom Gericht beantwortet werden.
Eine
Frage der "Ortsüblichkeit"
Ein Faktor, der hier zählt, ist die Ortsüblichkeit. Während
Hühner und Hunde in unserem Land als ortsüblich gelten, kann
man dies von exotischen Papageien nicht behaupten. Andererseits ist bei
der Bewertung des erträglichen Lärmpegels auch der Umgebungslärm
miteinzubeziehen. Im Klartext würde dies heißen, dass einem
Nachbarn, der ohnehin schon an einer befahrenen Straße wohnt, mehr
Papageiengeschrei zuzumuten wäre, als jenem, der in einer Ruhelage
wohnt. Dieser ortsübliche Umgebungslärm kann mittels Lärmschutzgutachten
gemessen werden. Die Kosten für ein solches Gutachten belaufen sich
jedoch auf ca. 7000,- Euro (und mehr), Geld, das sinnvoller in Lärmschutzmaßnahmen
investiert werden kann.
Richtersprüche
Der Richter kann die beklagte Partei zu einer Geldstrafe verurteilen,
die Papageien zur Einhaltung bestimmter Ruhezeiten. Ein Amtsgericht in
Deutschland erteilte z.B. "Schreiverbot" von 12 bis 15 Uhr.
Auch kann
der Vogelhalter verpflichtet werden, bauliche Maßnahmen zur Lärmminderung
zu treffen. Dies wird wohl auch im Papageienheim notwendig sein, denn
es liegt in der Natur der Sache, dass gerade im Heim laute Papageien landen.
Hier können wir wieder einmal Tierhändlern den Vorwurf nicht
ersparen, dass sie die Konsumenten nicht ausreichend über das Wesen
der unterschiedlichen Arten informieren. Unsere drei Jendayasittiche Tick,
Trick und Track z.B. wurden wegen ihrer lauten Stimme abgegeben. Dies
war aber vorauszusehen. Jeder, der sich mit Papageien auskennt (und das
sollten Tierhändler ja), weiß, dass südamerikanische Sittiche
besonders laut sind.
Lärmschutz
im Papageienheim
Wir planen daher umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen im kommenden
Frühjahr. Die bestehende Wand soll vergrößert und gedämmt
werden. Zusätzlich wird ein Teil der Außenvolieren mit flexiblen
Kunststoffplatten verkleidet, so dass Regen und Sonne weiterhin für
grüne Naturräume sorgen und auch die Vögel im Freien sitzen
können.
|
|
| im Papageienheim
sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen notwendig- eine Bausteinaktion
soll die Finanzierung helfen! |
Bausteinaktion
- bitte spenden auch Sie!
Damit die lauten Papageien ihre letzte Zufluchtstätte nicht verlieren,
haben wir eine Bausteinaktion ins Leben gerufen. Um jeweils 10,- Euro
können Sie symbolische Bausteine für unsere Lärmschutzmaßnahmen
erwerben. Alle Spender werden auf unserer Homepage genannt (außer,
Sie möchten anonym bleiben). Ab 5 Bausteinen (also 50,- Euro Spende)
werden Sie auf einer Tafel im Papageienheim dankend erwähnt. Wenn
Sie mittels Erlagschein spenden, vermerken Sie im Verwendungszweck bitte
"Bausteinaktion Heim".
Suche
nach Sponsoren
Firmen, die Bau- und Dämmmaterialien herstellen oder verteiben, sind
zu Sachsponsoring aufgerufen. Als Gegenleistung bieten wir umfangreiche
Werbemöglichkeiten! Unser Projekt soll auch als Vorzeigebeispiel
für andere dienen, die ähnliche Probleme lösen möchten.
|
WIR
SUCHEN LÖSUNGEN
Wenn
Sie mit Lärmproblemen zu tun haben, teilen Sie uns dies bitte
mit. Wir suchen nach bestehenden Gerichtsurteilen, aber auch nach
gütlichen Lösungen. Vielleicht können Sie auch geeignete
Lärmschutz- oder sonstige Maßnahmen weiterempfehlen.
Alles, was hilft, das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zu
erleichtern, ist willkommen. Bitte schreiben
Sie uns oder rufen Sie uns an. Wir sind für jeden Tipp dankbar!
|
|