Partnersuche über'n Semmering
Ein Bericht der Lebenshilfe Judenburg

Rocky, unser Rotmaskensittich, ist schon seit sieben Jahren im Wohnhaus der Lebenshilfe, Bezirk Judenburg, in der Steiermark. Nachdem es im Wohnhaus immer enger wurde, stellte sich für Betreuer und Bewohner die Frage, wie es mit Rocky weitergehen kann? Er ist ja nicht gerade leise.

Gerade zu dieser Zeit lasen wir den Bericht über die Arge Papageienschutz und das Papageienheim in der Kronen Zeitung. "Das ist die Lösung", dachten wir, "wir suchen für Rocky einen Partner und dann übersiedeln beide an unseren neuen Standort in Kleinfeistritz."

So begann für Rocky eine abenteuerliche Zeit. Erste Telefonate mit der Heimleiterin, Frau Mentl. Vereinbarung eines Termins, wann wir Rocky für einen Vergesellschaftungsversuch zu ihr bringen könnten. An einem Samstag im Frühling war es dann so weit: Rocky wurde in einen Transportkäfig gesetzt und die Fahrt konnte losgehen: 250 km, 2 Betreuer, 2 Bewohner und Rocky - ein Abenteuer für uns alle. Im Heim angekommen, wurde Rocky zunächst in eine Eingewöhnungsvoliere gesetzt. Der Abschied fiel uns allen nicht leicht, aber Rocky sollte eine Chance haben.

In den folgenden zwei Wochen telefonierten wir oft mit Frau Mentl, jeder wollte wissen, ob sich Rocky schon verliebt hat. Schon nach 14 Tagen erfuhren wir vom Erfolg: Rocky hatte einen Freund gefunden. Also machten wir uns nochmals auf den Weg, um die beiden abzuholen. Wie man es vom natürlichen Instinkt der Vögel erwarten würde, hat sich Rocky einen sehr nahen Verwandten, nämlich einen Perusittich namens "Hitchcock" ausgesucht.

Vorübergehend wurden "Rocky" und "Hitchy" im Wohnzimmer einquartiert, denn dieses war zu dem Zeitpunkt leer, und sie hatten es ganz für sich.

Seit Anfang Juni bewohnen die beiden "Racker" nun ihre neue Voliere im "Gala-Bau" (Gala steht für Garten- und Landbau) und sind dort im Mittelpunkt des Geschehens. Alle Bewohner, Besucher und Betreuer beschäftigen sich mit den beiden. Betreut werden sie vor allem von unserer "Basalen Gruppe", gemeisam mit den Betreuern Babs, Silvia und Andrea. Die Freude über die "geflügelten Kollegen" ist sehr groß und immer wieder setzt sich jemand vor die Voliere und schaut den beiden zu.

Ein großes Dankeschön nochmals an Frau Mentl und die ARGE PAPAGEIENSCHUTZ.