Ein Herz für Aras

Bereits vor fünf Jahren griff Heide Pilz zum Telefon und rief bei unserer Hotline an. Ihr Angebot war eine freudige Überaschung für uns, denn sie gehört zu den wenigen, die sich bereit erklären, Aras und Kakadus bei sich aufzunehmen.

Generell ist die Abgabequote bei den großen, lauten
Exoten wesentlich größer als die Aufnahmebereitschaft.
Bei Frau Pilz ist das glücklicherweise anders.
„Ich habe schon seit meiner Kindheit eine besondere
Beziehung zu Aras. Als Zehnjährige versorgte ich manchmal einen Gelbbrustara, wenn die Besitzer auf
Urlaub waren. Schon damals fiel mir auf, wie klug
diese Tiere sind und wie klar sie uns Menschen ihre Bedürfnisse mitteilen können, egal, ob sie sprechen können oder nicht.“ Die räumliche Nähe zum Tiergarten Schönbrunn verstärkte den stetigen Kontakt mit Tieren;
Frau Pilz selbst und später auch ihre Kinder waren Stammgäste im Zoo, und dort vor allem im Vogelhaus.

Erfüllung eines Kindheitstraumes
Als Frau Pilz vor einigen Jahren aufs Land zog, fasste sie den Entschluss, sich nun ihren Kindheitstraum zu erfüllen. Ein Traum, der jedoch nicht – wie so oft – auf purem Egoismus beruhte, sondern auf wohl gemeinter Tierliebe. „Ich wäre nie in ein Geschäft gegangen, um einen Ara zu kaufen. Es war mir viel wichtiger, einem verstoßenen Tier ein neues Heim zu bieten, in dem es möglichst viele Freiheiten hat und so die Gefangenschaft besser erträgt.“

Die ersten Kakadus und Aras ziehen ein
Frau Pilz musste nicht lange auf „ihre Aras“ warten. Doch zunächst machten die Kakadus „Pitri“ und „Alter Coco“ den Anfang. Gelbbrustara „Lucy“ folgte. Schon bald darauf gesellte sich der Dunkelrote Ara Pedro dazu, der zunächst mit Lucy zusammen war. Bald waren die
vorhandenen Volieren besetzt, es folgte der erste Zubau. Auch Urlaubsgäste wurden und werden
aufgenommen. In den vergangenen Jahren ließen uns Frau Pilz und ihre Tochter Barbara nie im Stich. Sie
fanden immer eine Möglichkeit, einem abgegebenen Tier ein neues Zuhause zu bieten.

Zweigstelle der Arge Papageienschutz
So entstand eine richtige Station, bei der auch kranke und pflegebedürftige Vögel willkommen sind. Für die Arge Papageienschutz war rasch klar, dass mit der Anzahl der Vögel auch die Pflegekosten enorm steigen, weshalb wir uns entschlossen, uns an den Futterkosten zu beteiligen.
Außerdem tragen wir sämtliche Tierarztkosten und helfen beim weiteren Ausbau der Station.

Eine neue Voliere für Viko
Im Februar dieses Jahres wurde Molukkenkakadu
Viko in Wien beschlagnahmt (wir berichteten in den
Papageien-News 1/03). Auch er fand bei Frau Pilz liebevolle Aufnahme. Viko zog in eine schöne, große Voliere ein, die nur einen kleinen Nachteil hatte: sie war aus Holz. Ein kurzer Knabberspaß für einen großen Kakadu. Nach zwei Monaten musste die Voliere abgerissen werden. Die neue – kakadusichere – Voliere
wurde zum Sommerprojekt der Arge Papageienschutz. Bei Drucklegung dieses Newsletters wurden gerade die letzten Schrauben befestigt – bald kann Viko mit seiner
neuen Freundin Britta einziehen. Die der Arge Papageienschutz erwachsenen Kosten belaufen sich
auf ca. 2500,– Euro.

Pedro: Der schöne, ca. 14-jährige Grünflügelara „Pedro“ musste viele Jahre in einem Baumarkt verbringen,
wo er weder Freiflug noch Rückzugsmöglichkeiten hatte und den Launen der Baumarktkunden ausgeliefert war. Die Arge erhielt mehrere Beschwerden und intervenierte
beim Baumarktbesitzer, der zwar kein großes Interesse an dem Ara hatte, ihn aber auch nicht unentgeltlich
abgeben wollte. Anzeigen verliefen trotz festgestellter
Haltungsmängel ergebnislos. Also kaufte die Arge Papageienschutz Pedro um ca. 500,– Euro frei. Der
anfangs scheue Ara hat sich nun wieder mit den Menschen angefreundet, noch lieber ist ihm jedoch sein neuer Partner „Giovanni“, der erst heuer in die Station
kam.
Pitti: (siehe Titelbild) Die ca. 31-jährige Pitti wurde von der Arge aus Vorarlberg abgeholt, da ihre Besitzerin
in ein Pflegeheim kam. Sie war Freiflug in Haus und Garten gewohnt, kam immer wieder zu ihrer Bezugsperson zurück. Auch an Frau Pilz gewöhnte sie sich rasch, sodass sie auch an der Station ein freies Leben führt. Pitti genießt die Gesellschaft der anderen Aras, ist aber derzeit nicht an einer fixen Partnerschaft interessiert.

Rupert: Das Dunkelrote Aramännchen aus dem Safaripark Gänserndorf kam heuer mit seinem Freund
Giovanni in die Station. Doch Giovanni war so begeistert von Pedro, dass er schon nach kurzer Zeit nur mehr Augen für diesen hatte. Der ruhige und sanfte Rupert
war sehr traurig über diese Trennung und verbrachte den Sommer zwar in der Nachbarschaft, aber doch allein auf seinem Kletterbaum. Derzeit sucht er die Nähe von Lucy
und frisst mit ihr aus einer Schüssel, doch Lucy ziert sich noch etwas ...
Alter Coco: Der Alte Coco ist ein Prachtexemplar von einem Großen Gelbhaubenkakadu. Auch er lebte viele Jahre in einem viel zu kleinen Käfig und seinen Federn waren komplett abgestoßen, als er zu Frau Pilz kam. Doch der Aufenthalt in der Freivoliere ließ sein Gefieder wieder wachsen und damit auch sein Selbstbewusstsein. Unter den Papageien ist er eher ein Einzelgänger, seine Liebe gilt eher Barbara Pilz, auf deren Rückkehr von der Arbeit er täglich sehnsüchtig wartet.

Viko + Britta: Liebe auf den ersten Blick: Das zarte Orangehaubenkakadu- Mädchen und der imposante,
aber doch zärtliche Molukkenkakadu. Viko kam auf Britta zu und legte den Flügel um sie, seither sind die beiden unzertrennlich und warten gespannt auf die Eröffnung der neuen Voliere.

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Unterstützen Sie die Ara- und Kakadustation
mit einer Patenschaft

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen einige Bewohner der Papageienstation näher vor. Mit der Übernahme einer Patenschaft können Sie die Zukunft der Station und damit das Zuhause der anspruchsvollen Exoten sichern. Jeder Pate erhält eine Urkunde und Informationen zum Tier. An den Patentagen können die Papageien bei Frau Pilz auch besucht werden.
Die Teilpatenschaft für einen Ara oder großen Kakadu kostet EUR 6,54 pro Monat, für den Orangehaubenkakadu „Britta“ kostet sie EUR 5,09.


Tochter Barbara Pilz mit Ara „Lucy“ und dem Kakadu „Alter Coco“.