| Rigoletto
und Freunde – Ein Sittichschwarm im Wohnzimmer
Sie heißen Rigoletto, Wotan und Freya, Senta
und Eric und sind durchaus musikalisch. Und
dennoch haben sie nur die Namen aus berühmten
Opern, denn es sind australische Sittiche.

Frei im Wohnzimmer – der Sittichschwarm bei Familie
Lach.
Seit mehreren Jahren schon leben sie bei Familie Dr. Lach in Brunn am
Gebirge, und zwar frei im Wohnzimmer.
24 Stunden Freiflug
„Eigentlich begann es mit zwei kleinen Wellensittichen vor 15 Jahren“,
erzählt Frau Dr. Lach, „doch seit ich Mitglied bei der Arge
Papageienschutz bin, sind es ein wenig mehr geworden“. Derzeit elf,
um genau zu sein. Neun Wellen- und zwei Bergsittiche tummeln sich hier
im großen Wohnzimmer. Interessant ist, dass sie ihre Kletteranlage
beim Fenster mit Tageslichtlampen, Rückzugsmöglichkeit und Futterstation
voll und ganz als Lebensraum akzeptiert haben. Auch bei den regelmäßigen
Runden, die sie durch’s Zimmer drehen, landen sie vorwiegend wieder
auf ihrem Kletterbaum.
Die Möbel im Wohnzimmer sind weder angenagt noch werden sie verschmutzt.
Auch während der Nacht
sind die Sittiche frei. Ein kleines Nachtlicht sorgt dafür, dass
die Vögel nirgendwo anfliegen, sollten sie durch etwas Unvorhergesehenes
erschrecken.

Sittichschutz
in der Praxis
In den vergangenen Jahren ist die kleine Auffangstation eine wichtige
Anlaufstelle für die Arge Papageienschutz
geworden. Denn – man sollte es nicht glauben – es ist recht
schwierig, neue gute Plätze für vereinsamte
Sittiche zu finden. Dazu kommt, dass Wellensittiche Schwarmvögel
sind und eine Gruppenhaltung daher zu
bevorzugen ist. Wie man bei Familie Lach sieht, muss diese Form der Haltung
nicht das Ende der eigenen Lebensqualität und der Wohnzimmereinrichtung
sein. Wenn den Tieren an ihrem Platz genügend Beschäftigungs-
und Klettermöglichkeiten geboten
werden, gibt es keinen Grund „auszureißen“.

Rita fühlt sich wohl im Sittichschwarm.
Verdi war dem Tod geweiht
Die Herkunft der Sittiche erstreckt sich bereits über ganz Österreich.
So
etwa kommt der Bergsittich Verdi aus
einem Tierpark, wo er aufgrund seiner Behinderung eingeschläfert
werden sollte. Da wir von der Arge Papageienschutz damals gerade vor Ort
waren,
nahmen wir ihn mit und ließen ihn zunächst tierärztlich
untersuchen. Aufgrund alter Flügelbrüche war klar,
dass Verdi nicht mehr fliegen kann, doch dies ist kein Grund, einen Vogel
einzuschläfern. Bei Familie Lach haben wir dann das optimale Quartier
für Verdi gefunden. Mittlerweile ist er ein guter Kletterer geworden
und sollte
er doch einmal abstürzen, sorgen Schaumgummimatten am Boden für
eine weiche Landung. In den letzten
Jahren musste sich der Bergsittichmann mit den Wellensittichen als Freunde
begnügen, doch vor einigen
Wochen war es dann so weit: Bergsittichdame Rita wurde der Arge Papageienschutz
übergeben und war
natürlich sofort „vergeben“ – schon nach wenigen
Stunden Bekanntschaft fütterte Rita Verdi.

Endlich hat der behinderte Bergsittichmann Verdi eine Frau
bekommen.
Soziale Sittiche
„Die Beobachtung des Sozialverhaltens der Sittiche ist immer wieder
interessant“, berichtet Frau Dr. Lach,
„der immer offene Käfig dient als Rückzugsort, wenn einmal
einer seiner Ruhe haben will. Dennoch gesellen
sich dann immer ein bis zwei weitere Sittiche dazu – man ruht also
auch gemeinsam. Ein ganz besonderer Sittich
trägt den Spitznamen ,der Sozialarbeiter‘. Er kümmert
sich um Neuankömmlinge, begrüßt sie und weist sie in die
kleine Gemeinde ein.“ Neben den Sittichen betreut Frau Dr. Lach
auch das Urlaubsservice der Arge Papageienschutz. Hier ist sie vermittelnd
tätig, findet
den richtigen Platz zur richtigen Zeit. Die Arge Papageienschutz wünscht
der kleinen Sittichgemeinde weiterhin alles Gute und dankt der Familie
Lach auf
diesem Weg für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.
|