| Editorial
Liebe
Papageienfreunde!
Unser achtes (!) Vereinsjahr neigt sich dem Ende zu.
Rückblickend war es ein anstrengendes, kräftezehrendes Jahr
für uns. Wie schon in der vorigen Ausgabe berichtet, fanden wir uns
plötzlich mit mehreren Gerichtsprozessen konfrontiert, die jedoch
– bis auf den Lärmprozess rund ums Papageienheim – im
Oktober beendet werden konnten. Da die Geschichte
betreffend die Kakadus Klapka und Jojo eskalierte
(ohne dass einer der beiden Kakadus etwas davon gehabt hätte), sahen
wir die möglichst rasche Beendigung der Prozesse am zielführendsten,
da nur so Kosten gespart und für viel wichtigere Aufgaben, nämlich
den Schutz von Papageien, verwendet werden können.
Im Oktober wurde ein Generalvergleich geschlossen,
der ewiges Ruhen unseres Prozesses gegen den Erben des Kakadus Klapka
vorsieht, weiters eine Kostenteilung und einen beiderseitigen Verzicht
auf Berufungsmittel im Strafverfahren. Die damit verbundene Annahme des
Urteils 1. Instanz verpflichtet uns zu dessen Veröffentlichung. Leider
wurde den Aussagen unserer Hauptzeugin bei Gericht nicht genügend
Glauben geschenkt und daraufhin das vorliegende Urteil gefällt,
wobei in einigen Punkten auch ein Freispruch erfolgte.
Um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden, mussten
wir bereits im Sommer dieses Jahres die „ad hoc“ Übernahme
eines Papageis verweigern. Wieder war eine ältere Frau verstorben
und hinterließ einen Kakadu in ihrer Wohnung. Sie hatte zwar ein
Legat gemacht, demnach wir ihren Vogel übernehmen sollten, doch dieses
war beim Nachbarn und gelangte nicht in unsere Hände. Eine Klärung
mit dem zuständigen Notar wurde vom Nachbarn nicht abgewartet, uns
teilte er mit, er hätte den Kakadu selbst behalten. Einem Besuch
unsererseits stimmte er nicht zu. Da die Verstorbene
langjähriges Mitglied der Arge war, kannten wir auch das
Tier. Durch einen Zufall wurden wir vor kurzem auf ein tragisches Kakaduschicksal
aufmerksam gemacht. Eine Dame hatte über ein Zeitungsinserat einen
Kakadu erstanden, der sechs Monate im Keller gehalten wurde. Er hat nun
schwere Verhaltensstörungen und ist stark gerupft. Bei unserem Besuch
konnten wir große Ähnlichkeiten zum Kakadu der verstorbenen
Dame feststellen. Da das Tier aber weder beringt noch gechipt ist, fehlen
uns die Beweise zur Klärung des Falls.
Ich möchte daher an Sie, liebe Tierbesitzer, appellieren,
rechtzeitig Entscheidungen über den Verbleib Ihrer
Haustiere zu treffen und dies auch in schriftlicher Form an geeigneter
Stelle zu deponieren. Ein Legat ist eine gute Möglichkeit, es sollte
jedoch, zumindest in Kopie, auch beim Begünstigten aufliegen. Wenn
Sie daher möchten, dass sich die Arge Papageienschutz im Ernstfall
Ihrer Papageien und Sittiche annimmt, so teilen Sie uns dies bitte rechtzeitig
mit. Wir informieren Sie auch gerne jederzeit zu diesem Thema.
Für das kommende Jahr heißt es jetzt für uns, Kräfte
zu sammeln, denn die bevorstehende Erweiterung der EU wird wahrscheinlich
auch den Handel mit Papageien ankurbeln. Außerdem beginnen wir demnächst
mit den Lärmschutzmaßnahmen im Papageienheim. Unsere
Serviceleistungen, wie die Partnervermittlung,
die Beratung bei der Hotline und per E-Mail, der Notruf
und das Urlaubsservice wurden heuer wieder von vielen Hunderten Papageienbesitzern
in Anspruch genommen.
Fast 2000 E-Mails erreichten uns in diesem Jahr, unsere
Homepage erhielt sehr viel Lob. Ihnen, liebe Papageienfreunde, möchte
ich im Namen des gesamten Teams wieder ganz herzlich für Ihre Unterstützung
danken, denn sie macht den Schutz der Sittiche und
Papageien erst möglich. Danke auch, dass Sie uns in der vergangenen
Krisenzeit nicht im Stich gelassen haben, uns ganz im Gegenteil Mut zum
Weitermachen gemacht haben. Mit Ihrer Unterstützung werden wir auch
im neuen Jahr für alle Papageien und deren Besitzer da sein, wenn
sie unsere Hilfe benötigen.
Ein frohes Weihnachtsfest wünscht Ihnen und Ihren
Tieren im Namen aller Mitarbeiter der Arge Papageienschutz
Ihre
Mag. Nadja Ziegler
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