| Der
Beo – ein Star mit Papageieneigenschaften
Der Beo ist
kein Papagei, doch er hat viel mit ihm gemeinsam. Schon sein, aus dem
Indonesischen stammender Name, der übersetzt soviel wie „Plappermaul“
bedeutet, beschreibt seine für den Menschen auffälligste Fähigkeit
– das Nachahmen der menschlichen Sprache. Diese Eigenschaft haben
ihn und die Papageien aus den Wäldern in die Wohnzimmer geholt.

Die zweite
Gemeinsamkeit ist das sprichwörtliche Pech, dass diese Exoten mit
uns Menschen haben. Weil wir uns bis heute zu wenig mit der Frage auseinandergesetzt
haben, was diese Vögel eigentlich brauchen.
Gesellig wie Papageien
Wie der Papagei ist der Beo ein geselliges Tier. Seine Einzelhaltung ist
daher strikt abzulehnen – wird aber immer noch häufig praktiziert.
Artgerechter wäre eine zumindest paarweise Haltung, aber auch Gruppenhaltung
ist möglich.
Beos sind Weichfresser
Eine Eigenschaft, die der Beo mit den Loris teilt, ist seine Ernährungsweise.
Als Weichfresser nimmt er gerne wasserhältige Früchte zu sich,
was zu meist flüssigen Ausscheidungen führt. Dies veranlasste
die Menschen dazu, Beos in Käfige zu sperren, die an fünf Seiten
geschlossen sind und nur an der Vorderseite Gitter haben. Entsprechend
dürftig ist dann meist die Einrichtung.
Neben Früchten fressen Beos gerne „Lebendfutter“, wie
Grillen, Wachsmotten und Mehlwürmer – nicht jedermanns Sache,
und außerdem mit der Gefahr behaftet, dass es bald in der ganzen
Wohnung zirpt, denn die Grillen können entkommen. Als Alternative
bietet der Handel Fertigfuttermischungen mit Insekten; dabei ist auf den
Eisengehalt zu achten, der aufgrund des Eisenspeicherproblems
der Beos (siehe Info) sehr niedrig sein sollte.
Die Unterbringung
Beos sind sehr gute Flieger, sie benötigen daher regelmäßigen
Freiflug in der Wohnung und zudem eine möglichst große Voliere
oder gleich ein Vogelzimmer. Eine für den Halter angenehme Eigenschaft,
die Beos ausnahmsweise nicht mit Papageien teilen, ist die mangelnde Fähigkeit
zu nagen – was nicht heißt, dass sie einen nicht ordentlich
zwicken können, wenn ihnen etwas nicht paßt. Holz können
sie jedoch nicht zerstören, ebenso wenig Gitter benagen. Es empfiehlt
sich daher eine Holzvoliere mit einem kunststoffbeschichteten Gitter (z.B.
15x25mm Maschenweite, 1,5mm Durchmesser). Außerdem benötigen
Beos genauso wie Papageien UV-Licht, welches im Innenbereich mit speziellen
UV-Lampen bereit gestellt werden kann. Wichtig ist auch ein Schlafkasten,
der von den Beos sehr gerne angenommen wird. Nähere Infos zum Bau
einer Beo-Behausung finden Sie unter www.der-beo.de.
Wildfänge im Handel
Nicht zuletzt teilen Beos und Papageien ein weiteres Schicksal: es sind
immer noch wildgefangene Tiere im Handel, und das trotz artenschutzrechtlicher
Bestimmungen. Da die Zusammenstellung harmonierender Paare relativ schwierig
ist, gibt es in der Zucht keine großartigen Erfolge. Wir raten daher
auch bei Beos, „second hand“ Tiere anzuschaffen. Seit Jahren
wird die Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz auch bei Beo-Problemen kontaktiert,
über ein Dutzend Vögel konnten bereits zu Artgenossen auf gute
Plätze vermittelt werden. So haben wir die Artenvielfalt in unserer
Kartei um eine weitere Art bereichert – das „Plappermaul“
namens Beo.
Literatur
Natürlich gibt es einige Bücher über Beos, am informativsten
fanden wir bei unserer Recherche jedoch die Homepage von Martina Meister
und Matthias Goebel www.der-beo.de.
Hier finden Beo-Interessierte eine aktuelle, kritische Auseinandersetzung
mit der Haltung von Beos; es werden alle wichtigen Themen behandelt.
Steckbrief
Beo:
Wissenschaftlicher Name: Gracula religiosa
Unterarten: 12 bekannt, häufigster in Menschenobhut: Mittelbeo
(Gracula r. intermedia)
Familie: Stare (Sturnidae)
Heimat: subtropische Regenwälder Südostasiens (Indien,
Sri Lanka, Südchina, Inseln im Indischen Ozean).
Status: bis heute großer Fangdruck, wird immer noch international
als Käfigvogel gehandelt, trotz Schutz (eingeschränkter
Handel) durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (Anhang II bzw.
B der EU-Verordnung).
Sozialleben: monogame Vögel, die paarweise leben und außerhalb
der Paarungszeiten auch in kleineren Gruppen angetroffen werden.
Ernährung: in der Natur Insekten und Früchte.
Fortpflanzung: Höhlenbrüter, Nest wird ausgepolstert,
2-3 Eier, Brutdauer: 14 Tage, Junge sind mit ca. 4 Wochen flügge.
Beide Eltern füttern die Jungen, die Brut wird vom Weibchen
durchgeführt.
Lebenserwartung: ca. 15 Jahre.
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