| Ein
internationaler Vogelschwarm
Australien,
Afrika und Asien – Vertreter dreier Kontinente leben bei den Fischers
friedlich miteinander. Wie es zum „multikulturellen“ Schwarm
kam, schildert uns Frau Fischer selbst:

Angefangen
hat alles mit einem Wellensittich. Mein Mann und ich hatten beide in unserer
Kindheit Vögel gehabt und fanden das Käfigdasein der gefiederten
Exoten gar nicht befriedigend. Daher hatten wir uns ursprünglich
gegen die Vogelhaltung entschieden. Stattdessen zogen bei uns mit den
Jahren mehrere Säugetiere ein: Ratten, Mäuse, Hunde und Katzen.
Die meisten hatten ihren ursprünglichen Platz verloren und fanden
bei uns ein neues Zuhause.
Der
erste „Welli“
Doch eines Tages flog uns dieser Wellensittich zu. Wir setzten ihn rasch
in einem Rattenkäfig, der notdürftig ausgestattet wurde, und
machten uns auf die Suche nach dem Besitzer.
Doch es kam, wie es kommen musste – keiner meldete sich und wir
überlegten schon, ihn ins Tierheim zu bringen, doch dann zwitscherte
er so herzerweichend, dass es sofort um uns geschehen war.
Ein Käfig wurde gebaut und, weil er so allein war, noch ein zweiter
Wellensittich dazu genommen.
Was ist schon ein Käfig?
Bald wurde der Käfig von einer Voliere abgelöst und weil nun
so viel Platz war, nahmen wir noch ein Paar Nymphensittiche dazu. Die
begann die Faszination „Vogel“ erst so richtig.
Schon kurze Zeit später zogen zwei Rosellasittiche bei uns ein und
auch einige „Notfallwellis“ konnten, nach Tierarztbesuchen
und Medikamenten, topfit in die Voliere gesetzt werden.
Soweit so gut, alles noch im Rahmen.

Beos
und Sittiche gemeinsam?
Einige Zeit später lasen wir eine Anzeige: „Beo dringend abzugeben“.
Wir stöberten in unserer Literatur, auf der Suche nach Informationen
über das Zusammenleben von Beos und Sittichen. Es war nichts zu finden.
Unser Wintergarten erschien aber groß genug für einen Versuch,
und so wagten wir es.
Und wir haben gewonnen. Beo „Loki“ war sein Gefängnis
los und fühlte sich sehr schnell wohl. Er war nur ziemlich scheu
und später erfuhren wir, dass es sich vermutlich um einen Wildfang
handelte.
Es gab zwar Interaktionen zwischen Loki und den Sittichen, aber klarerweise
kann das keinen Partner ersetzen. Also machten wir uns auf die lange Suche
nach einem zweiten Beo.

Die
Afrikaner kommen
In der Zwischenzeit zogen 2 Rosenköpfchen und 3 Schwarzköpfchen
in die – mittlerweile immer wieder vergrößerte –
Voliere ein; und erste Warnungen kamen sofort.
Zu Tode gebissene Wellensittiche und viele verstümmelte Beine wurden
uns versprochen, aber nichts davon trat ein. Die kleine Agapornidengruppe
integrierte sich prächtig, Konflikte gab es überhaupt keine.
Endlich fanden wir in der Steiermark einen Züchter, der einen jungen
Beo abzugeben hatte. Am Anfang war das Interesse von Loki an seinem von
uns auserkorenem Partner Nicki sehr gering, kein Wunder, mit seinen zwei
Monaten sah er aus wie eine Kreuzung aus einem Suppenhuhn und einer Amsel,
der der Schnabel fünf Nummern zu groß war. Seit der ersten
Mauser aber, als das Gefieder auch anfing, schön zu glänzen,
und Nicki auch den „Stimmbruch“ hinter sich hatte, hocken
sie nur noch gemeinsam herum – sie erinnern mich immer wieder an
Walter Matthau und Jack Lemmon in „Ein seltsames Paar“.

Der
Witwer und der Neuseeländer
Da ja alles so gut funktionierte, wurde noch ein Springsittich-Witwer
aufgenommen und weil wir keine Springsittich-Dame finden konnten, versuchten
wir es mit einem Ziegensittich.
Es war Liebe auf den ersten Blick.
Die letzten Vögel, die wir noch erfolgreich in die „Farm der
Tiere“ integrierten waren zwei 3-jährige Felsensittiche, die
zwar optisch eher graue Mäuse sind, aber das mit einem Stimmvolumen
ausgleichen, das sogar unsere zwei Beos erblassen lässt.
Und weil bei uns nicht nur 2 Menschen bei den Vögeln in Untermiete
sind, sondern auch noch Katzen, Hunde, Ratten, Degus und Mäuse, wird
im Sommer das kleine Haus im Wienerwald gegen ein größeres
im Burgenland getauscht und das Projekt große Freiflug-Mischvoliere
in Angriff genommen.
Wir hoffen auf verständnisvolle Nachbarn und wenn man bedenkt, dass
der Vogelpark Walsrode (heute der größte der Welt) auch aus
privater Vogelliebhaberei entstand, sind wir gespannt, wo uns unser geflügeltes
Schicksal noch hinführt.

| Anmerkung
der Red.: Wir wünschen Frau und Herrn Fischer alles Gute bei
ihren Zukunftsplänen und unterstützen gerne weiterhin mit
Information. Außerdem danken wir für die liebevolle Aufnahme
von bisher einem Beo und einem Schildsittich in den bunten Vogelschwarm.
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