| Betrifft:
Vogelgrippe
Auch wir
werden an unserer Klinik mit Fragen bezüglich der Gefahr der Vogelgrippe
für unsere Ziervögel immer wieder konfrontiert. Der Erreger,
welcher mit dem Grippevirus verwandt ist, ist nicht neu in Süd-Ost
Asien.
Bis jetzt galt das Wassergeflügel als Reservoir und Ausbrüche
bei Wirtschaftsgeflügel waren selten. Neu an der jetzigen Situation
ist die Anpassung des Erregers an Hühner und damit verbunden die
rasche Ausbreitung
in Hühnerbeständen, was sehr drastisch durchgeführte Bekämpfungsmaßnahmen
zur Folge hat.
Inwieweit der Mensch durch eine Mutation des Erregers oder eine Verbindung
mit dem menschlichen Grippevirus gefährdet sein kann, wird derzeit
in verschiedensten Aspekten in den Medien diskutiert. Für unsere
Papageien, Sittiche und Finkenvögel (Kanarienvogel, Beo, ...) besteht
derzeit keine Gefahr, da ein Kontakt mit dem Erreger unter normalen Umständen
nicht gegeben ist. Inwieweit eine Gefahr für Psittaciden in diesen
Ländern besteht, beziehungsweise für Tiere, die aus den Ländern,
welche Probleme mit Vogelgrippe haben (SO-Asien, Indonesien) importiert
werden, ist derzeit nicht sicher zu sagen, da ohne weiteres eine Anpassung
des Erregers auch an eben diese Spezies erfolgen könnte. Da aber
zumindest offiziell derzeit nichts aus diesen Ländern importiert
wird, können wir davon ausgehen, dass
auch in dieser Hinsicht keine Gefahr droht. Pflanzliche Futtermittel,
die als Bestandteil von Körnermischungen für Papageien und Sittiche
aus diesen Ländern importiert werden, sollten auch keine Infektionsquelle
für unsere Ziervögel darstellen. Abschließend bleibt nur
zu hoffen, dass die seuchenpolizeilichen Schritte in Asien greifen und
es zu keiner Übertragung der Erkrankung an europäisches Geflügel
kommt. Inwieweit in einem solchen Fall auch unsere Ziervögel durch
insbesondere seuchenpolizeiliche Maßnahmen gefährdet sein könnten,
bleibt abzuwarten.

Mag. Claudia
Hochleithner
Dr. Manfred Hochleithner (Bild)
Tierklinik Strebersdorf
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