Stoppt den Handel mit indonesischen Kakadus
und anderen bedrohten Vogelarten

Liebe Papageienfreunde!
Die Organisation „Project Bird Watch/ The Indonesian Parrot Project“ hat eine Petition an den neuen Präsidenten Indonesiens, Susilo Bambang Yudhoyono,
verfasst, die dazu auffordert, den Fang und Schmuggel von wild lebenden Kakadus und anderen vom Aussterben bedrohten Papageien- und Vogelarten mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu stoppen.

Molukkenkakadu in gefangenschaft – Tausende Opfer als trauriges Ergebnis von Profitgier

Bitte unterstützen auch Sie diese Petition, sie ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar: http://www.petitiononline.com/forchina/petition.html
Wenn Sie keinen Zugang zum Internet haben, können Sie den englischen Originaltext unterschreiben und an die ARGE schicken. Wir leiten die gesammelten Unterschriften an den Verfasser der Petition, Stewart Metz, weiter. Wenn jeder, der die Papageien-News erhält, unterschreibt, sind dies über
3000 Unterschriften! Das wären mehr, als bisher insgesamt unterschrieben haben (Stand am 11. 12. 2004: 2.620) Bitte bedenken Sie: Nur durch stetigen
Druck von der Öffentlichkeit werden solche Veränderungen bewirkt – auch das neue bundeseinheitliche Tierschutzgesetz wurde durch Unterschriftenaktionen initiiert!
Zum besseren Verständnis möchten wir die Petition hier übersetzen und auch die Hintergründe beleuchten:

1. Undercover-Untersuchung zum illegalen Handel
In den Jahren 2001–2002 führte die Organisation
„Profauna Indonesia“ eine Undercover-Recherche über den illegalen Handel mit indonesischen Kakadus, Loris und anderen Papageien durch. Die Ergebnisse waren schockierend. Die bedrohten Vögel wurden in großen Zahlen mit brutalen und schmerzhaften Methoden gefangen. Um sie am Davonfliegen zu hindern, wurden ihnen oft die Federn ausgerissen. Unter inhumanen Bedingungen transportiert, landeten sie schließlich
auf Indonesiens berühmt-berüchtigten Vogelmärkten, wo sie in brütender Hitze, in winzigen Käfigen, mit inadäquatem oder ganz ohne Futter und Wasser
öffentlich verkauft wurden.

Exportverbot für alle indonesischen Papageien
Als Reaktion auf diese Ergebnisse wurde eine Petition an den damaligen Präsidenten Megawati Soekarnoputri und an den Landwirtschaftsminister Prakosa gerichtet, mit der nachdrücklichen Aufforderung, bestehende Schutzgesetze (sowohl nationale als auch internationale)
besser zu vollziehen. Innerhalb weniger Monate unterzeichneten über 6800 Personen in über 50
Ländern! Als Konsequenz wurde der Export sämtlicher Papageien verboten. Doch Papier ist bekanntlich geduldig
und zusätzlich ist das Hauptproblem in Indonesien nicht der internationale, sondern der nationale Handel.
Während die erste Untersuchung hauptsächlich auf die Vögel der nördlichen Molukken, West Papua und Ost-
Indonesien konzentriert war, befasste sich die zweite Studie in den Jahren 2003–2004 mit der Insel Seram, der
letzten Heimat der Molukkenkakadus.

Gefangenschaft und Tod für die „Freiheitsvögel“
Auch diesmal waren die Ergebnisse alarmierend und zeigten, dass sich seit der letzten Untersuchung wenig
geändert hat. Erschreckendes Detail: Eines der Fanggebiete liegt im Manusela National Park („manu sela“ bedeutet „Freiheitsvogel“). Die auf Seram gefangenen Kakadus werden über den Hafen der Insel Ambon transportiert, wo illegal Papiere um weniger als 5 Dollar beschafft werden können. Dann werden sie nach Jakarta
verschifft, in den Mittelteil von dreiteiligen Boxen gequetscht, deren äußere, sichtbare Teile mit Loris befüllt sind. Die Kakadus können während der Reise weder essen noch trinken, sind bewegungsunfähig und
können kaum atmen. Viele überleben den Transport nicht.

9600 Kakadus innerhalb von 6 Monaten verkauft!
Noch schlimmer kommt es am Markt. Personen, die solche illegalen Kakadus kaufen, stopfen sie oft in Thermosflaschen, um nicht erwischt zu werden. Werden die Tiere dennoch gefunden und konfisziert, landen sie
oft in den Häusern der Behördenvertreter oder werden an Tierhändler weitergegeben. Jene Kakadus, die öffentlich (aber dennoch illegal) am Markt gehandelt werden, werden von den Vollzugsbehörden meist „übersehen“. In nur sechs Monaten wurden ca. 9600 Kakadus von Seram verkauft!

Bitte unterschreiben Sie unter http://www.petitiononline.com/forchina/petition.html oder unterschreiben Sie die Petition und senden sie in einem Kuvert an das Büro der Arge Papageienschutz,
1090 Wien, Marktgasse 62/2/9. Wir leiten sie dann weiter.

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