Homöopathie hilft auch Papageien

Was für den Menschen gilt, kann oft auch in der Tiermedizin angewendet werden. Nicht immer hat die Schulmedizin das letzte Wort. Dr. Michael Fischer, homöopathischer Tierarzt in Wien, berichtet von seinen Erfahrungen mit Homöopathie bei Tieren.

Die Homöopathie ist gerade jetzt wieder stark in den Medien vertreten. Vor allem die Kritiker melden sich zahlreich
zu Wort und wollen unbedingt beweisen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Veterinärmedizin hat es hier leicht, die ewigen Placebo- Vorwürfe zu entkräften, denn unsere Tiere bilden sich bestimmt nicht ein, gesund zu werden, weil sie homöopathisch behandelt wurden.

Die Wirkungsweise der Homöopathie
Was ist das nun für eine Heilmethode, die so viele Emotionen weckt? Vor ca. 200 Jahren hat Samuel Hahnemann, ein deutscher Arzt, eine sensationelle Entdeckung gemacht. Er hat beobachtet, dass viele Substanzen aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralstoffreich am gesunden Menschen zu verschiedensten Symptomen führen. Verdünnt man diese Substanzen auf eine ganz bestimmte Art, so helfen sie genau gegen jene Symptome, die sie hervorgerufen haben, auch wenn diese krankheitsbedingt sind.

Ein Beispiel: Sie schneiden Zwiebeln. In den meisten Fällen beginnen nach einiger Zeit Augen und Nase zu brennen und zu fließen. Kennen Sie solche Beschwerden im Zusammenhang mit einer Erkrankung? Denken Sie an einen beginnenden Schnupfen! Wenn Sie in diesem Anfangsstadium der Erkältung Zwiebel als homöopathische Arznei (lat. Allium cepa) einnehmen, werden diese Symptome rasch verschwinden
und Sie werden nicht krank. Oder: Sie werden von einer Biene gestochen. Was passiert? Im günstigsten Fall spüren Sie einen stechenden Schmerz, es kommt zur Schwellung an der Stichstelle, die eine deutliche Rötung aufweist. Wenn Sie empfindlich sind, kann es auch zu Schwindel und Anschwellen der Kopfschleimhäute
kommen, vielleicht sogar mit Atemnot und Erstickungsgefahr. Wenn solche Zustände z. B. nach einer Impfung oder der Einnahme eines Penicillinpräparats
auftreten oder nach dem Genuss von Erdbeeren etc., dann hilft Apis, die homöopathische Arznei von der Biene, gegen diese allergischen Beschwerden.

Das Simile-Gesetz
Wichtig ist, dass die Symptome, die die Ursprungssubstanz (also Zwiebel oder Bienengift) am Gesunden erzeugt, möglichst ähnlich jenen Symptomen
sind, die der Kranke entwickelt. Man nennt dies das Simile- Gesetz.
Ich bin seit 30 Jahren als praktischer Tierarzt tätig und habe von Beginn an alternative Therapieformen wie Akupunktur und vor allem Homöopathie eingesetzt.
Ich könnte mir meine Arbeit ohne diese Methoden nicht
mehr vorstellen. Für mich sind daher alle Angriffe von Ärzten und Wissenschaftlern, die keine Erfahrung und somit auch keine Ahnung von dieser Heilweise haben, unverständlich und lächerlich.


Eisenhut (Aconitum sp.), hochgiftig, findet als Homöopathicum Verwendung

Wann kann Homöopathie Papageien helfen?
Betrachten wir einmal die häufigsten Erkrankungen dieser Tiere, am Kopf beginnend.

Die Kropfentzündung führt zu häufigem Würgen und mitunter Entleeren von Kropfinhalt. Die Tiere können
sogar matt und aufgeplustert auf ihrer Stange sitzen. Abhängig vom Gesamtbild der Erkrankung kommen Arzneimittel wie Nux vomica, Ipecacuanha und Ignatia in Frage.

Schilddrüsenerkrankungen
sind ebenfalls häufig. Sitzen die Vögel den ganzen Tag apathisch und aufgeplustert im Käfig, verweigern die Nahrungsaufnahme, zeigen sonst aber keine spezifischen Symptome, hilft in den meisten Fällen Lycopus virginicus.

Durchfall kommt auch bei unseren gefiederten Freunden immer wieder vor. Wichtig für die Wahl des richtigen Homöopathikums sind Hinweise, wodurch Beschwerden verschlimmert oder gebessert werden, wann sie vermehrt auftreten (Tageszeit, Witterung u.s.w.). Die Beschaffenheit des Kotes, das Allgemeinbefinden und Begleitbeschwerden (Husten, Niesen, Appetit etc.) entscheiden letzlich über die Mittelwahl. In Frage kommen Sulfur, Podophyllum, Nux vomica, Mercurius und einige andere Arzneien.

Darmparasiten sollten mit herkömmlichen Medikamenten beseitigt werden. Die Homöopathie hilft aber, die Abwehrkräfte so zu stärken, dass es zu keinen Rückfällen kommt. Diesen Effekt haben alle Arzneien, die auf die aktuellen Beschwerden, z. B. auch Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamente, passen.

Legenot kann den Vögeln einige Pein verursachen und
sogar zum Tod führen. Pulsatilla, Nux vomica und Caulophyllum bringen oft rasche Hilfe. Es kommen aber auch noch andere Mittel in Frage.

Entzündungen der Atemwege sind gefürchtete Erkrankungen, weil immer die Gefahr einer Lungenentzündung besteht. Je nach der Gesamtsymptomatik sind Phosphorus, Bryonia, Rumex und andere angezeigt.

Gicht ist bei Vögeln weit verbreitet, besonders die Gelenksform. Schmerzhafte Schwellungen machen den armen Kreaturen das Leben
schwer. Arzneien wie Guajacum, Ledum, Apis, Bryonia, Lycopodium und andere bringen da oft dauerhafte Erleichterung. Heilung ist nicht immer möglich.


Derzeit in der Testphase:Homöopathie gegen Federrupfen

Ein häufiges Problem stellt das Federnrupfen dar. In den meisten Fällen ist psychischer Stress dafür verantwortlich. Um für diese Störung das richtige Mittel zu finden, muss sich der Homöopath genauestens über die Lebenssituation des Tieres informieren. Ich benötige dafür oft eine Stunde und mehr. Die Mitarbeit der Besitzer ist hier besonders wichtig. Findet man im Umfeld des Vogels Stressfaktoren, die beseitigt werden können (Langeweile, Quellen von Beunruhigung etc.), so haben diese Maßnahmen absoluten Vorrang. Was nicht mehr zu ändern ist, muss das Tier akzeptieren lernen. Dabei leistet die Homöopathie große Dienste. Im Gegensatz zu normalen Medikamenten, die hauptsächlich auf die Unterdrückung von Symptomen ausgerichtet sind, wirken die homöopathischen Arzneien auf den ganzen Patienten, also Körper, Geist und Seele. Damit können Ängste abgebaut werden, die Toleranz gegenüber Situationen
steigt und somit auch das allgemeine Wohlbefinden. Mit der dadurch eintretenden Entspannung kommt es wieder zur ungehinderten Blutversorgung aller Organe und Gewebe, die Voraussetzung für alle Heilungsvorgänge.
Aus diesem Grund hilft die Homöopathie so gut bei so
genannten nervösen Beschwerden. Hier kommen die so genannten Konstitutionsmittel, also besonders breit
wirkende Arzneien, zur Anwendung. Dazu gehören Ignatia und Natrium muriaticum als klassische Kummermittel, Arsenicum, Phosphor, Staphisagria,
Pulsatilla und einige andere mehr.


Dr. Michael Fischer ist homöopathischer Tierarzt in Wien

Dr. Michael Fischer ist praktizierender
Tierarzt in Wien. Seine Kontaktadresse
lautet:
Fischer Michael, Dr., Dipl.-Tierarzt,
FATA f. Homöopathie, Röntgen,
EKG, phys. Therapie, Akupunktur, Ordination
nach Voranmeldung, Trazerbergg
89, Stg. 3, 1130 Wien.
Tel.: 01/ 876 54 59

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