| Traurige Souvenirs Traurige Souvenirs (1. Teil)

Die Urlaubszeit ist längst
vorüber, was bleibt, sind
Erinnerungen an endlose
Strandspaziergänge, klare
Bergseen, Radausflüge
und romantische Sonnenuntergänge.
Doch Tierfreunde,
die mit offenen
Augen durch die Welt gehen,
werden in den Urlaubsländern
oft auch mit
Tierleid konfrontiert.
Nicht nur Streunerhunde und -
katzen erwecken unser Mitleid, sondern
auch armselige Vogelhaltungen,
die von überholter Tradition, Ignoranz
und Unwissenheit zeugen. Oft stehen
wir diesen Tiertragödien machtlos gegenüber,
nur die Bilder nehmen wir
mit nachhause …

(Foto: F. Gruber)
So schrieb uns im September
unser Mitglied Florian Gruber aus
Tamsweg: „Im Sommer war ich zwei
Monate auf Gran Canaria und habe
dort im legendären Palmitos Park gearbeitet.
Während in diesem Park alles
getan wird, um den Papageien ein
so artgerechtes Umfeld wie möglich
zu bieten, fand ich in einem Restaurant
schreckliche Papageienhaltungen
vor. Die Papageien werden dorteinfach zur Schau gestellt, die ganze
Nacht herrscht extremer Lärm. Leider
war es in diesem Fall unmöglich,
den Tieren in irgendeiner
Weise zu helfen.“

Unfassbare Haltungsbedingungen in einem Restaurant
auf der Insel Gran Canaria – als Besucher stösst man auf
Unwissen und Ignoranz.
(Foto: F. Gruber)
Costa Rica
Veterinärmedizin-Studentin
Denise Aydinonat besuchte
im Sommer eine
Papageienaufzucht- und-auswilderungs- station in
Costa Rica, um den Betreibern
bei der Betreuung der
Vögel zu helfen. Als sie sah, wie die Tiere dort großteils gehalten
werden, war sie entsetzt: „…
der kleine Hof war voll mit zylindrischen
Minikäfigen mit hunderten zerrupften
Papageien und Tukanen. Später
kam ich in die Ara-Voliere, in der
viel zu viele vermenschlichte Aras, die
sich nicht vertrugen, saßen und sich
gegenseitig verletzten. Ungewollte,
von Privatpersonen abgegebene Papageien
saßen in unstrukturierten,
rostigen Käfigen und dämmerten vor
sich hin. Ich stellte dann die Managerin
des Parks zur Rede, doch sie wich
meinen Fragen aus und meinte nur,
ich hätte keine Ahnung von Papageien.
Es blieb mir nichts anderes übrig, als diesen tierquälerischen Ort zu verlassen.“

So werden Aras in einer „Auswilderungsstation“
in Costa Rica gehalten.
Mallorca
Im Februar wollten wir dem langen
Winter entfliehen und landeten kurzerhand
auf der Sonneninsel Mallorca.
Hier liegen „gut und schlecht“ nah
beisammen, von Bergidylle bis Ballermann
ist alles drin. Die Besichtigung
des hübschen Städtchens Arta war
doch etwas getrübt, als wir in der
Auslage eines schicken Interieur-Geschäftes
den hier abgebildeten Vogelkäfig
sahen. Der Geschäftsinhaber,
ein Deutscher, war sehr erstaunt, als
wir ihm mitteilten, dass die Haltung
von Vögeln in solchen Käfigen überholt
und tierquälerisch sei – und bei
uns in Österreich verboten. Er meinte,
dieser Käfig wäre sehr beliebt und
stelle die Luxusvariante dar. An der Wand hingen noch viel kleinere „Vogelbauer“,
die ans vorige Jahrhundert
erinnerten.

Die „Luxusausführung“ für Ballermann und Co – in Österreich verboten, aber im Ausland leider immer noch verbreitet.
Ein Spaziergang durch die
noch fast einsamen Gässchen des Küstenortes
Cala Rajada führte uns an
einem Haus vorbei, dessen Vogelkäfige
an der Außenmauer in Sachen Enge
wohl einen Eintrag ins Guinness
Buch der Rekorde verdient hätten.
Die darin befindlichen Rothühner konnten in diesem Gefängnis nicht
einmal einen Schritt machen. Sogar
die Plastikwasserbecher standen außerhalb des Käfigs, einer davon
war umgefallen. Jeder weitere Kommentar
erübrigt sich.

Das trübt die Urlaubsidylle – Zwei Rothühner in engen Käfigen.
(wird fortgesetzt)
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