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Die Urlaubszeit naht. Leider sind Tierfreunde auch an den schönsten Destinationen immer wieder mit Tierleid konfrontiert. Wer seinen Urlaub in Südtirol verbringt, sollte sich einen Besuch der „Gärten von Schloss Trauttmannsdorff“ in Meran nicht entgehen lassen. Doch wie heißt es so schön: „Schuster, bleib’ bei Deinen Leisten“ – und so hätten die Betreiber der Gärten gut daran getan, bei der Anlage von botanischen Gärten zu bleiben und auf den „exotischen Aufputz“ in Form von Papageien zu verzichten. Denn bei der Nirosta Voliere am oberen Ende des Parks waren Designer und Architekten am Werk, die sich scheinbar zu gut waren, um für eine geplante Vogelhaltung entsprechende Spezialisten zu Rate zu ziehen. Das Ergebnis ist die Weiterführung eines längst überholten Klischees: Die Haltung bunter Exoten zum gedankenlosen Begaffen ohne deren Bedürfnisse auch nur im Entferntesten zu respektieren.
Schon der Text auf dem Schild vor dem Riesenrundkäfig ließ uns erschaudern: Von „Kalthauszucht“ ist hier die Rede, ein Begriff aus der Gärnterei, der auf exotische Vögel nicht anwendbar ist. Im Inneren fanden wir gelangweilte Tiere vor, die nicht teilhaben konnten am prächtigen Grün der Gärten. Sie hockten auf alten, dürren Ästen, der Ara war mittlerweile verwitwet, wie wir erfuhren. Die Innenunterbringung im Betonsilo war finster und dreckig, wer schaut da auch schon rein, außer uns. Kräftiger Wind blies uns um die Ohren und wir dachten mit Schrecken an den bevorstehenden Winter und das Leben der Vögel im unbeheizten Betonbunker.
Der Herbst führte uns nach Pylos, einem noch nicht vom Massentourismus erfassten Ort an der Südwestküste des Peloponnes. Anfänglich bedauerten wir den einsamen Kanarienvogel, dessen Minikäfig, auf einem Fleischspieß aufgehängt, den Eingang eines Geschäftes zierte. Doch einen „richtigen“ Schock verpasste uns ein anderer Käfig, der im Torbereich einer Tischlerwerkstatt hing. Wir konnten zunächst nicht viel erkennen, denn es hatte sich bereits eine dicke Schicht Holzstaub auf und im Käfig gebildet, welcher leer wirkte. Irritierend war die Tatsache, dass noch Körnerfutter im Futternapf war. Am Käfigboden lag nur ein Stück Holz oder Schwamm, oder? Nein – wir trauten unseren Augen nicht – es war ein toter Singvogel, der hier – scheinbar unbemerkt – sein Ende gefunden hatte! Nun wurde er langsam vom Holzstaub begraben, während der Tischler nur wenige Meter entfernt seiner Arbeit nachging.
Auch die Heimreise aus dem Urlaubsquartier kann noch mit bösen Überaschungen aufwarten. Denn wenn Ihnen auf der Autobahn (in unserem Fall zwischen Klagenfurt und Graz) plötzlich weiße Dinger um die Ohren (bzw. Windschutzscheibe) fliegen, so ist die Urheberin höchstwahrscheinlich nicht Frau Holle. Wenn Sie sich dem vor Ihnen fahrenden LKW nähern, werden Sie nämlich schon bald mit einer der größten Tiertragödien unserer Zeit konfrontiert, nämlich mit Massen-Tiertransporten. Es müssen wohl Tausende Hühner gewesen sein, die hier, zusammengepfercht in Drahtkäfige, mit ca. 100 km/h im LKW aus Italien quer durch Österreich und wer weiß wohin transportiert wurden. Es ist unglaublich, dass unsere neue, bundeseinheitliche Tierschutzgesetzgebung so etwas zulässt! Die Hühner waren in Panik, manche wirkten leblos, die anderen gaben sich einem Tod auf Raten hin, bei dem das Rupfen schon vom Fahrtwind übernommen wurde.
Wir konnten all diesen Tieren nicht helfen, mussten ihr Leid hilflos mitansehen. Und doch sind wir nicht ganz ohnmächtig, denn wir können die Konsequenzen in unserem täglichen Handeln ziehen, unserer Ernährung, unserem Freizeitverhalten. Und wir können die Bilder herzeigen und unseren Mitmenschen berichten. Und irgendwann wird sich vielleicht etwas ändern, irgendwann.
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