Rückblick 2007

Liebe auf den ersten Blick.
Auch heuer fanden wieder einige „Bilderbuch-Vergesellschaftungen“ statt. Liebe auf den ersten Blick war es auch bei diesen beiden Goffin-Kakadus, die sich einen Raum mit einer Gruppe Agaporniden teilen. Die Bilder sprechen für sich!

Sunny hat einen Freund gefunden.
Erinnern Sie sich an den Rotflügelsittich „Sunny“, der in den letzten Papageien-News auf Partnersuche war? Wie man an diesem Bild unschwer erkennen kann, war die Suche erfolgreich! Im Sommer meldete sich die Besitzerin eines männlichen Rotflügelsittichs. Rasch wurde eine neue Voliere gebaut, in die Sunny dann übersiedelte und ihren neuen Partner kennen lernte. Noch sind die beiden etwas zurückhaltend, aber die Nymphensittiche zeigen ihnen partnerschaftliches Verhalten vor.

Tierschutztage.
Viel Trubel gab es wieder bei den Tierschutztagen vor dem Wiener Rathaus. Bei der Eröffnung besuchte auch Tierschutzstadträtin Sandra Frauenberger den Stand der Arge Papageienschutz und informierte sich über die Problematik der Papageienhaltung.

Graupapagei „Billy“ kam im September zu uns ins Papageienheim. Aufgrund eines Kalzium-Mangels während der Aufzucht durch seine Eltern waren seine Beinchen bereits im Nestlingsalter gebrochen. Eine komplizierte Operation brachte Verbesserung, dennoch blieb Billy behindert. Mit Eintritt der Geschlechtsreife in diesem Jahr begann er jedoch, gegen sein unbefriedigendes Leben als Einzelvogel in einem Käfig zu rebellieren. Gemeinsam mit den Besitzern suchten wir nach einer Lösung und entschieden schließlich, dass wir Billy in die Rehabilitationsstation aufnehmen um festzustellen, ob er nicht doch fliegen konnte. In der „Nichtfliegergruppe“ des Heims wurde ein Platz speziell für Billy adaptiert. Der tapfere Graupapagei ließ sich nicht unterkriegen und flog schon bald ein kleines Stück. Beim Landen am Gitter setzt als Unterstützung für die Beine auch den Schnabel ein. Auch mit den anderen Grauen kommt er ganz gut aus und hat
damit viel an Lebensqualität gewonnen. Billy sucht noch Paten, die seine doch aufwändige Betreuung unterstützen möchten.

Graue Filmstars.
Was für die Einen harte Arbeit, war für die Anderen Spaß pur – unsere Graupapageien-Gruppe im Papageienheim fand die Drehaufnahmen zur Sendung „Tierzuliebe“ mit Maggie Entenfellner äußerst interessant. Nicht einmal die große Kamera konnte die neugierigen Krummschnäbel davon abhalten, alles genau unter die Lupe zu nehmen. Im Beitrag ging es um die Bedürfnisse der anspruchsvollen exotischen Wild¬vögel nach Partnern, Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Auch über die Notwendigkeit eines neuen Papageienheims wurde berichtet. Im schönen Ambiente des Papageienheims moderierte Maggie Entenfellner die gesamte Sendung. Da kamen auch Hunde und Katzen von Heimleiterin Gerlinde Mentl zum Zug. Wir danken Maggie und ihrem Team für den liebevollen Umgang mit unseren Schützlingen und die gute Zusammenarbeit!

Man lebt „nur“ zweimal.
Fünfunddreißig lange Jahre fristete Giacomo sein Dasein in einem Wiener Bettwarengeschäft. Von Samstag Mittag bis Montag früh gab es „Strafverschärfung“ – allein und ohne Licht dämmerte er in dem düsteren Geschäft dahin. Wir erfuhren im Jahr 2000 von ihm und versuchten, den damaligen Besitzer und Geschäftsinhaber dazu zu bringen, für Giacomo eine Partnerin und eine größere Voliere anzuschaffen. Doch der Mann blieb stur und wollte den Graupapagei bloß als Lockvogel behalten. Eine Anzeige half nur wenig; der findige Mann ließ sich eine tierärztliche Bestätigung ausstellen, die Giacomo als „nicht gesellschaftsfähig“ zu weiterer Einsamkeit verdonnerte. Lediglich ein etwas größerer Käfig musste angeschafft werden. Doch die Bestimmungen des neuen Tierschutzgesetzes machten uns neue Hoffnung und so gingen wir wieder gegen diese tierunwürdige Haltung vor. Das Geschäft – und auch Giacomo – hatten in der Zwischenzeit den Besitzer gewechselt, der aufgrund unserer Anzeige die entsprechenden Auflagen erteilt bekam. Kurzerhand inserierte dieser das Tier samt Käfig im Internet, doch in einem persönlichen Gespräch war er dann doch einsichtig und überließ Giacomo der Arge. Giacomo nahm seine 2. Chance wahr, wie kein Anderer zuvor. In kürzester Zeit hatte er einen Harem – gleich drei Graupapageien-Damen waren ihm verfallen! Jetzt, nach einem halben Jahr, konzentriert er sich vorwiegend auf seine Hauptfrau Laura, die ihm zwar – selbst unverbesserliche Rupferin – auch schon einige Federn gerupft hat, aber sonst scheinbar seine Traumfrau ist. Giacomo sucht noch Paten!

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